ProtonVPN Testbericht

ProtonVPN Testbericht – Zu teuer und leider noch nicht empfehlenswert.

ProtonVPN

€4.00
ProtonVPN
76.2

Geschwindigkeit

9/10

    Privatsphäre

    9/10

      Ausstattung

      6/10

        Kundenservice

        9/10

          Preis

          5/10

            Positiv

            • Schweizer Service mit ausgezeichneter Transparenz
            • TOR Anbindung ist möglich aber nur in höheren Tarifen
            • Kostenloser Tarif erhältlich (aber nur eingeschränkt)

            Negativ

            • Komplexe Tarifstruktur
            • Hoher Preis, wenn man Leistung haben möchte
            • Ausschließlich das OpenVPN Protokoll
            • Eigene Software NUR für Windows Geräte
            • Sicherheit hängt am Fachwissen der Anwender da diese Software von Drittanbietern verwenden müssen

            ProtonVPN ist der VPN Service des häufiger bereits bekannten ProtonMail Services aus der Schweiz. Während viele Anbieter derzeit vereinfachte Tarifstrukturen anbieten um den Nutzern die Übersicht zu vereinfachen, geht ProtonVPN den anderen Weg und fängt bereits mit einem nicht ganz durchschaubaren Tarifmodell an. Da wir aber viele Leser haben, welche nun unsere Meinung nach diesem VPN-Service erfragen, haben wir uns den mal genauer angesehen und diesen Testbericht dazu erstellt.

            ProtonVPN ist ein Service der schweizer Firma:

            ProtonVPN AG
            Chemin du Pré-Fleuri, 3
            CH-1228 Plan-les-Ouates,
            Genève, Switzerland

            Transparenz und schweizer Gesetzgebung

            Das Unternehmen versucht mit maximaler Transparenz zu agieren und veröffentlicht dazu auch Transparenzberichte zu Auskunftsersuchen und beantwortetetn Anfragen direkt auf seiner Webseite. (Transparenzbericht ProtonVPN) Das stellt zweifellos eine vertrauenserweckende Massnahme dar und kann unserer Ansicht nach nur Nachahmer finden. Der notwendige Vorgang ist deshalb auch einmalig, da das Unternehmen nach den schweizer Gesetzen handelt und Abmachungen mit den US zur Verhinderung von Urheberrechtsvertößen respektiert.  Dies bedeutet, dass US Vertreter von Urheberrechten einfach mal verlangen, dass der schweizer Staat auch bei Verstößen gegen die eigene Verfassung verstößt und damit persönliche Daten über schweizer Bürger auch bei Zivilrechtsdingen weitergeben lässt. Urheberrecht: USA setzen Schweiz auf «Watch List») Man muss dazu aber auch erwähnen, das bei Musterstrafverfahren gegen die derzeit gültige schweizer Rechtsprechung, die amerikanische Unterhaltungsindustrie in der Schweiz bislang keinen nennenswerten Erfolg hatte. Das soll sich aber nach dem Wunsch der USA bald ändern. Verhältnisse wie in Deutschland würden die Folge sein. Dahingehend wird man auch anhand von ProtonVPN beobachten können, wie sich das Unternehmen in den nächsten Monaten diesbezüglich verhält. (Siehe auch „Mietserver und keine eigenen IP-Adressen…“ im folgenden Artikel)

            Serverstandorte und Datensicherheit

            Als noch zu Beginn von ProtonVPN davon auszugehen war, dass ProtonVPN nur auf eigene Server (Hardware) setzen würde, hat sich leider in den letzten Wochen als nicht zutreffend herausgestellt. Vermutlich unter dem Druck der Nutzer, mehr Standorte und auch Server anbieten zu können, wurden auch Server für den Betrieb zugemietet. Zum aktuellen Datum sind dies 112 Server in 14 verschiedenen Ländern, welche dem ProtonVPN Nutzer zur Verfügung stehen, vorausgesetzt er hat einen entsprechenden Tarif gewählt.

            Nur OpenVPN Protokoll im Einsatz!

            Die VPN-Daten werden über 256-bit Verschlüsselung mit AES Standard gesichert und entsprechend damit dem allgemeinen Standard für OpenVPN Datenübertragung. Das der Anbieter versucht dies als höchster Standard darzustellen, gehört halt wie es auch bei anderen VPN-Anbietern üblich ist zur Marketingstrategie. Wir konnten bei unseren Tests dazu auch feststellen, dass OpenVPN sauber und auch sicher von der Authenitfizierung bis hin zur Datenübertragung implementiewrt wurde. Die fehlenden Protokolle für iOS und MacOS wie zum Beispiel IEKv2 werden hoffentlich in der weiteren Entwicklung noch hinzukommen. Bislang ist aufgrund der geringen Kompatibilität die ProtonVPN durch die Konzentration auf dieses eine VPN-Protokoll es leider nicht möglich andere Geräte ausserhalb der eigenen Software zu verwenden. Das ist schade, da es gerade auf Geräten wie iOS, MacOS, Android usw deutlich ressourcenärmere und bessere Verfahren geben würde. Aber wie beschrieben, wir hoffen für die Zukunft, dass dies das Unternehmen auch anbieten wird.

            Mietserver und keine eigenen IP-Adressen…

            … die Folge daraus ist, dass ProtonVPN zwar netterweise den Transparentbericht über Anfragen und Auskunftsersuchen erstellt hat, in der Praxis werden aber kaum Anfragen direkt zu ProtonVPN kommen. Das liegt daran, dass ProtonVPN ja nicht als Eigentümer oder Nutzer der IP-Adressen, welche auf die Serververmieter registriert und eingetragen sind aufscheint. Eine ausländische Behörde kommt daher nicht direkt auf ProtonVPN und erstellt ein allfällige Auskunftsersuchen finden den Weg direkt zum Serververmieter. Die Serververmieter wiederum behalten sich im Regelfall vor, alle EIN- und AUSgehenden Verbindungen (IP-Adressen der einzelnen Nutzer) auch auf unbegrenzte Zeit zu speichern oder nach gesetzlichen Regelungen auch an Behörden auszuhändigen. Das ist natürlich abhängig von Standort, der lokalen Gesetzgebung und auch von dem einzelnen Serververmieter.

            Kostenloser Tarif, der nicht viel aussagt.

            Der kostenlose Tarif bietet eigene Server die für die  Nutzer,  welche den Service ohne Bezahlung nutzen möchten, zur Auswahl stehen. Die drei freien Standorte dafür sind: USA, Niederlande und Japan.

            Diese Server sind aber eigentlich immer völlig überlastet und entsprechend gering sind auch die Bandbreiten welche wir dabei erzielen konnten. Die Server stehen zudem bei Serverhostern, welche dafür auch bekannt sind, die aktiven Verbindungen der Server auch bei Anfragen auszuhändigen. Also gegenüber Auskunftsersuchen ist man damit unserer Ansicht nach nicht geschützt.

            Kostenlose ProtonVPN Server - Überlastet!
            Kostenlose ProtonVPN Server – Überlastet!

             

            ProtonVPN Geschwindigkeit (kostenlose Server)
            ProtonVPN Geschwindigkeit (kostenlose Server)

            Demensprechend sollte man diese kostenlose ProtonVPN Version/Server nicht nutzen, um Filesharing oder Streaming zu nutzen!

            Man kann daher von dem kostenlosen Tarif keine wirklichen Rückschlüsse auf die eigentliche Leistung des Services erwarten. Ohne jede Frage sind die Server die man in den Kauftarifen nutzen kann deutlich schneller. 

            Software & VPN-Anwendungen

            ProtonVPN hat nur eine eigene Anwendung für Windows im Angebot, sämtliche andere Geräte sollen durch freie OpenVPN Software durcvh verwendung der OVPN-Dateien (Konfigurationsdateien) genutzt werden. Dies ist zwar einerseits verständlich, da Software und Anwendungen zu entwickeln einerseits teuer und auch aufwendig zu warten oder im Kundenservice zu betreuen ist. Für die Nutzer bedeutet das aber, dass Sie sich nicht einfach den Service installieren können und Sichewrheitsfunktionen wie der Schutz vor WebRTC-Leak, DNS-Leak usw wird dabei der manuellen Konfiguration der Nutzer überlassen. Aus unserer erfahrung muss man dabei aber sich selbst wirklich gut in die Materie einarbeiten um entsprechend sichere Konfigurationen für das eigene Gerät dadurch zustande zu bringen. Dies ist derzeit daher ein eindeutiger und wesentlicher Nachteil für die meisten möglichen Nutzer.

            Kein vollständiger Schutz, durch die eigene Software

            Die Windowsversion ist dafür einfach völlig überladen mit Grafiken und um ehrlich zu sein, das ist weder notwendig noch sinnvoll. Für Windows 10 konnten wir ausserdem feststellen, dass unter üblichen bedingungen kein WebRTC leak Schutz und auch kein DNS-Leakschutz dadurch erreich wird. Das ist in der realität anders als es ProtonVPN selbst beschreibt. Das ist ganz klar ein erhelbliches Problem, besonders für unbedarfte Benutzer welche sich in Sicherheit wiegen.

            ProtonVPN für Windows
            ProtonVPN für Windows, Grafisch überladen aber auf manchen Versionen unsicher!

             

            Die TOR (Onion) Einbindung ist durchaus sinnvoll.

            Was uns aber gefällt und auch ein wirklich gutes Lob verdient, ist dass man diese Funktion mit aufgenommen hat. Dadurch kann man das Onion Netzwerk (TOR) direkt über einen VPN-Server des Anbieters nutzen. Das bringt einige Vorteile und hilft auch dabei einen gefährlichen leak im TOR Netzwerk, den derzeit zwar nur wenige internationale Behörden nutzen können, zu umgehen.

            Das man dafür aber einen speziellen Tarif benötigt und dann auch noch sozusagen extra dafür bezahlen muss, das empfinden wir aber als unverhältnismässig.

            Die ProtonVPN – SecureCore Funktion

            Mit „SecureCore“ meint ProtonVPN, dass Daten die zwischen den VPN-Servern laufen auch über eigene VPN-Verbindungen erfolgen. Also die Nutzer die sich nun zu Server B verbinden, werden zuvor mit A verbunden und dessen verschlüsselte Verbindung zu Server B wird dabei genutzt. Ok technisch gesehen bringt dies den Vorteil, dass einzelne Verbindungen im Internet nicht mehr nachverfolgt werden können, da diese über immer bestehende VPN Datenverbindungen geführt werden. Das ist zweifesfrei ein Vorteil der auch einen guten Vorteil gegenüber Massenüberwachung und sogar gegen gezielte Überwachung angeführt werden kann.

            Die Server die diee Funktion nutzbar machen sind aber stark limitiert und stehen ebenfalls nur zur Verfügung wenn man den höheren Tarif erwirbt.

            ProtonVPN Tarife

            Es gibt bei ProtonVPN insgesamt vier verschiedene Tarife. Jeder Tarif kann nun montalich oder auch jährlich im Voraus bezahlt werden und hat damit unterschiedliche Preise, da die jählichen Vorauszahlungen rabattiert sind.

             

            ProtonVPN Übersicht & Details

            Fazit zu ProtonVPN

            Der Anbieter ist mit ProtonMail bereits vor drei Jahren aufgefallen, und versucht nun auch Kunden im VPN-Segment zu erreichen. Das der Ansatz in vielen Fällen auch richtig ist zeigen Lösungen wie SecureCore und auch die TOR Anbindungen, dass darüber hinaus aber in anderen Fälllen Sicherheit mehr als Show betrieben wird, hat uns neben den hohen und komplizierten Tarifen eigentlich enttäuscht.  Im Preissegment um 10 Euro/Monat findet man deutlich bessere Services am Markt, welche mit anderen Funktionen auch wirkliche Anonymität garantieren können. Dies gelingt ProtonVP derzeit nicht zufriedenstellend. Die Nutzung ist dazu für unerfahrene Anwender einfach auch zu kompliziert und mangels Erfahrung werden diese Lücken im eigenen Betriebsystem nicht optimal schließen können. Daher ist unsere Empfehlung derzeit den VPN-Service NICHT zu nutzen, bis die offenen oder fehlenden Punkte ergänzt wurden.

            Zusammenfassung
            ProtonVPN Testbericht. Leider nicht überzeugend!
            Beitragstitel
            ProtonVPN Testbericht. Leider nicht überzeugend!
            Beschreibung
            Der schweizer Anbieter konnte in unserem VPN-Test nicht überzeugen. Ein hoher preis und keine wirklich fertige Software sind nicht miteinander kompatibel. Auch wenn der Anbieter einige gute Ansätze gefunden hat, so ist das gesamtpoaket derzeit noch keineswegs empfehlenswert.
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            vavt.de
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