NordVPN ➩ 5 wesentliche Fakten die niemand erwähnt?

NordVPN wirbt mit zahlreichen Funktionen zur Anonymisierung, allerdings muss man auch einmal einen ganz klaren Blick darauf werfen, was der Service nun tatsächlich in Stande ist zu leisten. Denn so wie es offensichtlich mit mehr als 5000 Servern der Anbieter bereits ein enormes Wachstum hingelegt hat, so muss man auch klarstellen, dass viele Fakten, die dem Service zugeschrieben werden, einfach nicht ganz korrekt sind. Der Service hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 30 Millionen aktive Kunden und gehört damit zu den gang Großen der Branche. Message Control ist daher natürlich ein wesentliches instrument, dass die PR Abteilung des Unternehmens betreibt. Darum gibt es einige Fakten über NordVPN, die das Unternehmen lieber nicht so ganz öffentlich macht.

5-NordVPN-Fakten
5-NordVPN-Fakten

Das die meisten VPN-Vergleichsseiten über diese NordVPN-Fakten schweigen, kann nicht nur daran liegen, dass die Redakteure dies übersehen haben, wir vermuten, dass hier das mögliche Vermittlungs-Geschäft durch Empfehlungen des Anbieters, viele nicht genau hinsehen lässt.

Es ist aber auch so, dass viele unserer Leser NordVPN für einen sehr ausgezeichneten Anbieter halten und auch mit dem Service zufrieden sind.

Dennoch ist es wichtig, dass auch Interessenten verstehen, weshalb NordVPN einerseits so viel offensichtlich gut beschriebene Leistung um „wenig Geld“ bieten kann und wo auch bewusst versucht wird unangenehmen Themen auszuweichen. Aufklärung und Transparenz ist aber etwas, das wir von einem Anbieter, welcher sich auch dem Schutz von seinen Kunden verschrieben hat unbedingt erwarten sollten. Und die Anwender sollten sich nicht von perfektem Marketing täuschen lassen.

TIPP: Der ganze NordVPN Testbericht kann auch aufschlußreiche weitere Informationen bieten!

In diesem Artikel möchten wir daher einige eventuell für unsere Leser
„wichtigen Fakten zu NordVPN“ erklären:

1. NordVPN verwendet gemietete virtuelle Server.

Virtuelle Server sind keine richtigen Server, sondern werden betrieben als Teil eines Servers. Man muss sich das so vorstellen, also würde man auf seinem PC mehrere Programme nutzen die wieder selbst das Betriebsystem darstellen und sich so verhalten als wären Sie auf einer eigenen Hardware installiert. Auf einem Server können je nach Rechenleistung beliebig viele virtuelle Server  betrieben werden. Sie sind also keine Hardware-Komponente, sondern eine Software die auf dem Hauptserver läuft. Das bedeutet auch, das sich die virtuellen Server die Leistung des Hauptservers teilen müssen. Jeder virtuelle Server bekommt natürlich auch eine eigene IP und ist konfigurierbar wie ein echter Server.

Das hat aber zur Folge, dass gerade bei VPN-Diensten die auf diese virtuellen Maschinen installiert werden, auch sehr schnell die Leistungsgrenzen erreicht werden. Während man auf einem echten Hardwaregerät bis zu 1000 Nutzer zur selben Zeit mit ausreichend Ressourcen versorgen kann, sind bei virtuellen Servern die sich nähernde Grenzen der Kapazitäten bei 150 Nutzern bereits spürbar. Die Folge sind sehr rasche Geschwindigkeitsreduktion, wenn sich ein paar weitere Anwender dazu gesellen.

Virtuelle VPN-Server
Virtuelle VPN-Server (Darstellung)

2. NordVPN IP-Adressen sind auf die Server-Hoster registriert

Der weitere Schwachpunkt dabei ist, dass die IP-Adressen in jedem Fall auf den „Server-Hoster“ registriert werden. Dies hat zur Folge, dass unangenehme Auskunftsersuchen zb wegen Urheberrechtsverletzungen zuerst zu diesem gelangen. Nachdem „virtuelle Server>“ niemals ohne Aufzeichnungen (Logfiles) auskommen können, wäre es naheliegend, dass der „Server-Hoster“ um eigener Haftung entgehen zu können, auch die Verbindungsdaten aller Nutzer die zu einer bestimmten Zeit verbunden waren, entsprechend der gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterreicht.

Dieser Umstand kann ein Nachteil sein, muss es aber auch nicht unbedingt.

IP-Adressen registriert auf Hoster (Server-Vermieter)
IP-Adressen registriert auf Hoster (Server-Vermieter)

3. NordVPN verwendet Logfiles & Protokollierung

NordVPN hat wie die meisten VPN-Anbieter auch Limitierungen in Ihren Tarifen, dies betrifft in erster Linie die gleichzeitige Nutzung auf einer bestimmten Anzahl an Geräten (5 Verbindungen zur selben Zeit) Da dies technisch nur umsetzbar ist, wenn man auch zentral damit die Anmeldung und Nutzung jedes einzelnen Gerätes/Anwenders protokolliert, ist auch klar, dass NordVPN über einsprechende Logfiles verfügt. Dieser Umstand wird von NordVPN selbst zwar bestritten, ist technisch allerdings eindeutig nachweisbar. Einige der Reaktionen darauf wurden von durch NordVPN in der Weise argumentiert, dass dabei keine Aktivitäten der Nutzer aber aufgezeichnet werden.

Das mag stimmen, spielt aber für die Verhinderung einer Ausforschung durch Behörden eigentlich gar keine Rolle. Denn ausforschende Stellen (Behörden) wissen im Regelfall ja exakt, was ein Nutzer einer bestimmten IP-Adresse unternommen hat (zb Urheberrechtsverletzungen) und möchte lediglich durch ein Auskunftsersuchen mitgeteilt bekommen, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte IP-Adresse verwendete. Diese Informationen und die reale IP-Adresse des Nutzer befinden sich auch in den vorher beschriebenen Logfiles, welche der Anbieter für unbestimmte Zeit gespeichert hat.

VPN-Server Logfiles im Einsatz
VPN-Server Logfiles im Einsatz

4. NordVPN ist ein Unternehmen von CloudVPN Inc aus den USA.

Der Anbieter mit dem nördlichen Namen, ist im Besitz von CloudVPN Inc, einem Unternehmen mit Sitz in NewYork in den USA. NordVPN behauptet stets, dass die technische Umsetzung über eine Firma in Panama erfolgt, Tefinkom co S.A., jedoch werden alle Zahlungen über das Unternehmen aus den USA durchgeführt. Es scheint, dass der Sitz in Panama zuerst aus steuerrechtlichen oder auch regulatorischen Gründen erfolgte. Wie wir aus den 14-Eyes Berichten aus dem Leaks von Edward Snowden wissen, sind US Anbieter aber leider nicht wirklich vertrauenserweckend, dazu muss sich aber jeder selber ein Bild machen.

Eigentümer der Tefincon Firmen in Panama und Zypern:

CLOUDVPN INC.
227 Sullivan St. Apt 2C
New York, NY 10012

Pressemitteilungen zu Beginn von NordVPN:

https://eprnews.com/newsroom/cloudvpn-inc/

NordVPN = CloudVPN Inc. aus den USA
NordVPN = CloudVPN Inc. aus den USA

5. Warrant Canary von NordVPN – die unwirksame Garantieerklärung

Auch NordVPN möchte den eigenen Anwendern die Sicherheit geben, dass Sie nicht mit US Behörden zusammenarbeiten oder Stillschweigevereinbarungen erfüllen müssen über die Zusammenarbeit mit Behörden. Daher veröffentlichen Sie wie es viele andere tun auch eine „NordVPN Warrant Canary„. Das diese aber mehr Werbetechnische Maßnahme als tatsächlich eine reale Garantieerklärung betrifft, zeigt sich daran, dass das Datumsfeld von dem in der Erklärung geschrieben wird automatisch erstellt wird. es ändert sich mit dem Kalendertag selbstständig. Nun ist es so, dass in so einer Garantieerklärung ja davon ausgegangen wird, dass ein Unternehmen, dass den Zugriff auf den eigenen Service verliert eben diese „Warrant Canary“ nicht mehr selbst aktualisieren kann und daraus die Nutzer erkennen können, dass durch die fehlende Aktualisierung auch eine Gefahr für eine Behördeneinflussnahme gegeben ist. Nun wenn sich die Warrant Canaray aber selbst täglich aktualisiert, wie dies bei NordVPN der Fall ist, dagegen hat diese einfach gar keine Wirksamkeit.

Ein Beispiel für eine manuell täglich neu erstellte Warrant Canary, welche auch nur durch einen Verwantwortlichen selbst erstellt werden kann ist: „Warrant Canary Beispiel von ZorroVPN“

NordVPN - Nutzlose Warrant Canary
NordVPN – Nutzlose Warrant Canary

6. NordVPN Eigentümer und Verantwortliche bleiben lieber unerkannt

Eines der bezeichnendsten Beispiele für NordVPN ist, dass die Eigentümer und Geschäftsführer sich lieber nicht öffentlich dazu bekennen. Manche vermuten nun, dass dies bei einem Unternehmen das Anonymität garantiert soll ja auch so der Fall sein muss. Das ist aber ein Irrglaube, denn wenn Du nicht weisst wer hinter dem Service steckt, wie kannst Du diesem dann Deine Daten anvertrauen? Es könnte sich ja auch um Werbefirmen handeln die Deine Daten eigentlich sammeln, ja sogar das FBI selbst könnte den Service betreiben. Also wie willst Du denn einem Unternehmen vertrauen ohne dessen Begünstigte zu kennen?

Wer steckt hinter NordVPN?
Wer steckt hinter NordVPN?

 

Hinweise zu den Fakten aus dem Artikel:


Fazit zu NordVPN

Der Anbieter ist aufgrund dieser nur sehr selten erklärten Fakten nicht unbedingt schlecht. Man sollte sich halt im Klaren sein, was man bekommt. Absolute Anonymität ist mit NordVPN ebenso eine Illusion wie auch die besten Geschwindigkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das sollte einem klar sein. Man bekommt dennoch viel geboten für sein Geld.

  1. Die virtuellen VPN-Mietserver haben sicherlich den Nachteil, dass man häufiger den verwendeten Server wechseln muss, da diese an Geschwindigkeit besonders zu Spitzenzeiten oftmals überlastet sind. Dazu kann man in der Software von NordVPN diesen Wechsel mit wenigen Mausklicks durchführen. Auf einem ASUS Router eingesetzt ist dies aber zuweilen mühsamer, da man dort auch keine Übersicht über die aktuelle Auslastung der Server erhält.
  2. Das die IP-Adressen nicht direkt auf NordVPN registriert sind hat den Vorteil, dass dadurch auch in manchen Fällen Sperren durch Netflix/Amazon Video & Co umgangen werden können. Auf der anderen seite muss man aber auch klar sehen, dass dadurch die lokale gesetzgebung wo die Server bestrieben werden wesentlich stärker zur Anwendung kommen wird, wenn es um Auskunftsersuchen geht. Von diesen Auskunftsersuchen, welche Behörden an die Server-Hoster senden, wird NordVPN nicht einmal etwas mitbekommen.
  3. Das NordVPN Logfiles speichert ist klar. Es ist uns zwar kein Fall bekannt, wo diese nun genutzt worden wären um die Nutzeridentität auszuhebeln, allerdings ist es auch nicht fair an vielen Stellen der >Webseite zu behaupten, dass es diese Logfiles eben nicht gibt. Das ist unschön auch wenn die meisten VPN-Anbieter so agieren.
  4. Das US Unternehmen in vielen Fällen auch der US-Justiz zum Opfer gefallen sind in der Vergangenheit, sollte spätestens seid Edward Snowden jeden bekannt sein. Darum raten viele Experten einen Bogen um US Unternehmen und insbesondere um VPN-Services zu machen, wenn es um den Schutz der eigenen Daten geht. Es gibt derzeit keine Belege, dass NordVPN auch unter dem Einfluss steht, aber denkbar wäre es das dies auch in Zukunft passieren kann.
  5. Das eine Garantieerklärung (Warrant Canary) die den Einfluss von Behörden auf die Datensicherheit der Anbieter garantieren soll automatisch erstellt wird und daher einfach kenerlei vertrauenswürdigkeit hat, das ist eigentlich beschämend und wirt hoffe, dass NordVPN früher oder später da auch sich dazu offiziell äußern wird. Bis dahin gehört NordVPN zu den Anbietern die keine glaubhafte Versicherung abgeben nicht durch US Behörden kontrolliert zu sein.

Testbericht zu NordVPN

NordVPN

2.93 EUR
9.3

Geschwindigkeit

9.6/10

Privatsphäre

9.0/10

Ausstattung

9.6/10

Kundenservice

9.2/10

Preis

9.2/10

Positiv

  • Anbieter mit Sitz in Panama (Verrechnung über Zypern)
  • Wireguard (Nordlynx) integriert und damit deutlich schneller als die meisten anderen VPN Anbieter!
  • VPN zu TOR, Multihop VPN, Dedidzierte Server und viele anderen Sicherheitsfunktionen verfügbar
  • 100% Sicher vor Ausforschung und Abmahnungen
  • Streaming deutscher Portale (Netflix, DAZN, Sky usw) im Ausland ist jetzt ohne Probleme damit möglich!

Negativ

  • Amazon Prime Video (DE) blockiert den Service
  • Leider viele Tracker sind in den Apps der Appstores vorhanden, mehr als andere VPNs verwenden. Das finden wir unnötig und unschön.
  • Eigentümer und begünstigte des Unternehmens sind weiterhin unbekannt.

Die Ergebnisse hier entsprechen zu 100% der Bewertung durch unsere Leser.


Erstellt am:2. Oktober 2017

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