Avira Phantom VPN: „Leider, NEIN“ Negatives Testergebnis & Erfahrungen

Avira Phantom VPN

4.99
Avira Phantom VPN
4

Geschwindigkeit

8/10

    Privatsphäre

    1/10

      Ausstattung

      2/10

        Kundenservice

        7/10

          Preis

          3/10

            Positiv

            • Anbieter aus Deutschland
            • Einfache Handhabung und schnelle Server
            • Komplett in Deutsch

            Negativ

            • Überträgt Daten der Nutzer ungefragt an die Firma
            • Keine Sicherheitlösung
            • Verbietet Filesharing
            • Zusammenarbeit mit Behörden / Überwachung
            • Zu teuer für kaum ein gehaltenes Werbeversprechen

            Avira Phantom ist ein vom bekannten „AntiViren Software“ Hersteller AVIRA, betriebener VPN-Service. Der Service bietet Zugang über OpenVPN zu verschiedenen Standorten in mehr als 10 verschiedenen Ländern an. Die Server sind jedoch „Mietserver“ und können weder gegen Massenüberwachung noch gegen gezielte Spionage wirkungsvoll geschützt werden. Zusätzlich werden personalisierte Daten der benutzen Geräte und auch Aktivitäten der Benutzer protokolliert.

            Wir sehen, außer dem Wechsel der eigenen IP-Adresse, keinen wirklichen Nutzen durch Verwendung des Services für die Benutzer. Avira Phantom VPN garantiert weder „Anonymität“, wirkungsvollen „Schutz vor Massenüberwachung“ noch kann der Service eine „Verfolgung durch Abmahnfallen“ verhindern! Für geringeres Geld kann man auch einen „echten VPN“ Service erhalten!

            Geschwindigkeit der Avira Phantom VPN Server

            Die Geschwindigkeitstests die wir durchführen konnten basieren darauf, dass noch kaum Benutzer auf den Servern zur selben Zeit waren. Die Verzögerungen stammen aus den typischen „virtuellen“ Serverfarmen und sind aber im normalen Bereich. Es gab keine Unterbrechungen bei unseren Tests allerdings konnten wir auch keine abweichende Verschlüsselung oder andere Protokolle auswählen. Es ist uns sogar nicht mal klar geworden ob die Daten aktuell verschlüsselt wurden, es gibt dazu für den normalen Benutzer keine Möglichkeit diese zu kontrollieren. Die erreichten Geschwindigkeiten selbst waren im durchschnittlichen Bereich. Die gemessenen Schwankungen lassen den Schluß zu, dass die Server bei einer Belastung schnell an die Grenzen geraten.

            Avira Phantom VPN Geschwindigkeitsstest

            Avira Phantom VPN Geschwindigkeitsstest

            Avira Phantom VPN – Kritikpunkte (Warnungen!)

            Persönliche Daten werden nach der Installation zu Avira übertragen!

            Direkt nach der Installation auf einem Gerät werden die spezifischen Daten des benutzen Gerätes an die Datenbanken von Avira übertragen, man kann dies auch sehen da sich ein eigenes Benutzerkonto auf der Webseite von Avira Phantom öffnet. Die dabei übertragenen Daten sind zumindest eine eindeutige Geräte ID, das Betriebsystem des Gerätes, der Benutzername mit dem man sich am Gerät angemeldet hat, die IP-Adresse die verwendet wurde usw. In den Datenschutzhinweisen wird dies erstens nur sehr verstecket und auch unzureichend erklärt. Jeder der eine Gratisversion der Software installiert hat damit bereits sein Einverständnis zur Datensammlung von Avira gegeben und keine ausreichende Kontrolle mehr darüber was mit diesen Daten passiert. Selbst nachdem wir die Software deinstalliert hatten verblieben die Daten weiterhin in der Datenbank von Avira gespeichert.

            Offenbar überträgt Avira Phantom VPN ungefragt und auch ohne Wissen des Benutzers Detailinformationen zu den verwendeten Geräten.

            Die Logik welche sich vermutlich dahinter versteckt ist, dass man dann mit wenigen Mausklicks auch eine Anti-Virensoftware des Betreibers hinzufügen kann. Avira hat damit auch gleich die richtigen Daten, die eigenen anderen Produkte wie Virenschutz, Firewall usw. gezielt bewerben zu können!

            So nachvollziehbar es auch sein mag, es ist ein absolutes „NEIN“ für einen VPN-Service, Daten der Benutzer „ungefragt“ an eigene Datenbanken zu übertragen. Es steht auch im Widerspruch zu den „Werbeversprechen“ die Avira trifft. Die Benutzer werden dabei bereits in den ersten Minuten der Verwendung von Avira Phantom selbst zu gezielten „Produkten“ und „Datenlieferanten“ für den Hersteller. Das ist entschieden abzulehnen und auch datenschutzrechtlich bedenklich!

            Avira Phantom VPN überträgt Benutzerdaten ungefragt an die eigenen Server

            Avira Phantom VPN überträgt Benutzerdaten ungefragt an die eigenen Server

            Virtuelle Miet-Server ohne Schutzmassnahmen vor Überwachung

            Wir haben uns die Mühe gemacht und etwas näher die verwendeten Servermodelle des Anbieters angesehen.  Alle Server von Avira Phantom die wir untersucht haben waren ausschließlich gemietete Server bekannter Hostingunternehmen. Was diesen Umstand so brisant macht ist, dass in der Vergangenheit mehrere dieser Serververmieter auch durch Behörden verpflichtet wurden Überwachungsdaten und Logfiles über die Nutzung und verbundener Geräte (Also Nutzer) zu übermitteln. Selbst wenn damit Avira von Behörden nicht gefragt würde um Daten der Benutzer zu übermitteln, so würde es Avira damit nicht einmal auffallen, wenn dies durch den eigentlichen Serverbetreiber erfolgen würde. Damit kann Avira weder Anonymität noch ausreichend Schutz vor dem Zugriff auf die Nutzungsdaten garantieren.

            Avira Phantom verbietet Torrentnutzung

            Avira spricht davon, dass Torrentnutzung natürlich erlaubt ist. Allerdings bei konkretem Nachfragen wurde uns auch schnell klar, dass dadurch auch Probleme entstehen können. So werden DCMIA Anfragen die den Anbieter erreichen natürlich beantwortet. Das bedeutet, dass ein Benutzer der durch eine Abmahnfalle irrtümlicherweise ein urheberrechtlich geschütztes Werk damit über Torrent ladet, auch ausforschbar wird. Klar kann man damit argumentieren, dass dies ja immer der Fall sein wird und dies nicht zu den Aufgaben eines VPN-Services gehören mag Benutzer die illegale Aktivitäten tun zu schützen. Das stimm auch soweit, allerdings braucht man dann aber auch diesen Service nicht zu verwenden, denn einen zuverlässigen Schutz bietet er damit kaum noch. Es gibt sehr wohl auch VPN-Anbieter, welche sich möglichst schützend auch vor deren Benutzer stellen und Anfragen dazu immer auch aktiv juristisch bekämpfen. Diese Möglichkeit sieht das deutsche Gesetz, in dessen Rahmen Avira Phantom nun einmal tätig ist, aber nicht ausreichend vor.

            Avira Phantom sammelt Daten über die Nutzer

            Eine Virensoftware muss logischerweise auf alle Daten auf dem zu schützenden Gerät zugriff erhalten, sonst würde das Finden von Viren einfach nicht möglich sein. Das ist aber bei einem VPN-Service ganz anders gelagert und auch nicht erwünscht. Dennoch konnten ermitteln, dass Avira neben den Namen unseres Gerätes auch Ausstattungsmerkmale und viele Details unserer Geräte an sich selbst übermittelte. Der Nutzer wird darüber nicht informiert! Das ist und wir wiederholen es an dieser Stelle: „Nicht akzeptabel!“

            Avira speichert Protokolle der Nutzung

            Klar ist auch, dass ein Service der Datenmengen und Benutzung aufzeichnet natürlich Logfiles/Protokolle anlegen muss über die Benutzer! Das widerspricht in den meisten Fällen dem Grund der Nutzung, nämlich dem Schutz der eigenen Privatsphäre. Da dies noch dazu ungefragt geschieht, raten wir ab diesen Service überhaupt zu Testzwecken zu installieren!

            Nutzung der Avira Phantom VPN Zugangssoftware

            Die Software hatte bei uns auf dem Mac OSX einige Probleme bereitet, sie ließ sich einfach nicht mehr schließen. Im Grunde war aber die Nutzung sehr einfach und auch komplett in Deutsch.  Das dürfte vielen Benutzern gut gefallen.  Leider konnten weder Sicherheitslücken damit geschlossen werden noch andere relevante Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden. Kein Protokollwechsel usw. Bei einer Trennung der Verbindung gab es keine Warnung oder Wiederverbindung für den Benutzer! Die Einschränkungen der kostenlosen Version werden durch Werbebotschaften und auch Datenspeicherung von Aktivitäten leider eingetrübt.

            Avira Phantom VPN Einstellungen

            Avira Phantom VPN Einstellungen

            Avira Phantom VPN Serverauswahl

            Avira Phantom VPN Serverauswahl

            Avira Phantom VPN Tarife

            Avira Phantom VPN Preise & Tarife

            Avira Phantom VPN Preise & Tarife

            Das Preisniveau entspricht einem sehr guten VPN-Anbieter, leider sind die Leistungen nicht entsprechend. Für fast 8 Euro im Monat bekommt man auch sichere Anbieter die wesentlich mehr Funktionen beinhalten!

            Unser Fazit zu Avira Phantom VPN

            Im Grunde hätte es natürlich eine charmante Kombination ergeben können. Ein bekannter Virenschutz + ein VPN-Anbieter. Das sich diese beiden Ansätze einen Nutzer zu schützen aber so sehr in die Quere kommen können wie bei Avira hat auch uns erschreckt.

            Grundlegende Sicherheitsfunktionen wurden bei Avira grob fahrlässig missachtet. Es wird durch die Nutzung des Services zwar einerseits eine andere IP-Adresse angenommen, da diese Daten aber erneut ungefragt gespeichert und vermutlich auch Behörden und anderen mitgeteilt werden können, ist dieser Vorteil zumindest für den Schutz der Privatsphäre nicht mehr vorhanden.

            Zudem fehlen grundlegende Funktionen wie DNS-Leak-Schutz, Windows-Leak-Schutz, Firewall, WebRTV Leak Schutz usw… Es ist gibt kaum Gründe die für einen 8 Euro teuern service daher sprechen würden!

            Die Kombination auf Virenschutz und VPN-Service ist aus unserer Sicht kräftig schief gegangen!

            Leider – NEIN!


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            5 Kommentare

            • Avira Support Team 30. September 2016 at 14:29 - Reply

              Hallo,
              in dem Artikel befinden sich noch weitere Fehler in Bezug auf Avira Phantom VPN.

              – Avira wurde weitaus früher vor 2016 gegründet, die Firma gibt es seit 1986. Damals noch unter dem Namen H+BEDV (Quelle: https://www.avira.com/de/about-avira)
              – Bei Avira Phantom VPN handelt es sich um die reine App für VPN, Malwareschutz wird durch Avira Antivirus und das Online Dashboard über den Avira Launcher bzw. Avira Connect realisiert
              – Direkter Support wird per Telefon, Email, Google Play Store, Twitter und Facebook angeboten und in den Sprachen DE, EN, IT, FR, ES, PT abgedeckt
              – Eine Lizenz von Phantom VPN kann für beliebig viele, eigene Geräte verwendet werden
              – Avira speichert oder protokolliert keine Kundendaten
              – Das Versenden von Diagnose Daten ist optional (http://www.avira.com/de/support-for-home-knowledgebase-detail/kbid/1819)
              – Es kann zwischen Servern in 20 Ländern ausgewählt werden
              – Auch Torrents funktionieren mit der VPN Lösung

              Weitere Informationen stellen wir in den FAQ zu Avira Phantom VPN bereit:
              https://www.avira.com/de/avira-phantom-vpn

              Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

              Avira Support Team

              • Markus 30. September 2016 at 19:34 - Reply

                Hallo, vielen Dank für die Hinweise. Wir haben Ihnen einen ausführlichen Fragenkatalog zur Präzisierung zugesendet und werden diese Fragen/Antworten gerne bei uns veröffentlichen.

                Zur Gründung: Wir meinten die Gründung des VPN Services und nicht Ihre Firmengeschichte. Aber wir haben das gerne geändert.

                Zu Kundenprotokolle: Sie widersprechen sich selbst, wenn Sie behaupten einerseits keine Protokolle zu haben und andererseits aber die Daten der Nutzer auch bei kostenloser Nutzung auf Ihrer Server zu übertragen, was zweifellos nachvollziehbar ist.

                Malwareschutz: Wir bewerten nicht ob ein VPN-Service mit einer zusätzlichen kostenpflichtigen Software gegen Malware geschützt werden könnte. Dies würde ja auf jeden VPN-Service zutreffen.

                Diagnosedaten: Bei Daten die an Ihren Server gesendet werden, meinten wir keine Details, es reicht, dass das gerät eindeutig identifiziert wird und auch die IP Adresse des Nutzers gespeichert wird um eine Ausforschung und auch Kontrolle einzelner Nutzer zu ermöglichen.

            • andrea 28. September 2016 at 17:16 - Reply

              super danke :)

            • andrea 26. September 2016 at 13:21 - Reply

              der support bei avira läuft über telefon und email
              euer eintrag ist falsch:
              Kundenservice Nur per Email

              • Markus 27. September 2016 at 1:04 - Reply

                Danke da hat sich offenbar ein Fehler eingeschlichen. Obwohl uns am Telefon bei unserem Test, der Kundendienstmitarbeiter auf die Zusendung per E-Mail berufen hatte. Mag aber sein, dass unsere Fragestellung zu komplex war.
                Wir haben das nun aber korrigiert. Danke für den Hinweis.

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