Testbericht: Avira Phantom VPN – „Leider, NEIN“ zu viele Versprechen nicht gehalten!

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Avira Phantom VPN

5 USD
4.3

Geschwindigkeit

7.4/10

Privatsphäre

1.8/10

Ausstattung

2.9/10

Kundenservice

6.4/10

Preis

2.9/10

Positiv

  • Anbieter aus Deutschland
  • Einfache Handhabung und schnelle Server
  • Komplett in Deutsch

Negativ

  • Überträgt Daten der Nutzer ungefragt an die Firma
  • Keine Sicherheitlösung
  • Verbietet Filesharing
  • Zusammenarbeit mit Behörden / Überwachung
  • Zu teuer für kaum ein gehaltenes Werbeversprechen

Avira Phantom VPN Test

Avira Phantom ist ein vom bekannten „AntiViren Software“ Hersteller AVIRA, betriebener VPN-Service. Der Service bietet Zugang über OpenVPN zu verschiedenen Standorten in mehr als 10 verschiedenen Ländern an. Die Server sind jedoch „Mietserver“ und können weder gegen Massenüberwachung noch gegen gezielte Spionage wirkungsvoll geschützt werden. Zusätzlich werden personalisierte Daten der benutzen Geräte und auch Aktivitäten der Benutzer protokolliert.

Wir sehen, außer dem Wechsel der eigenen IP-Adresse, keinen wirklichen Nutzen durch Verwendung des Services für die Benutzer. Avira Phantom VPN garantiert weder „Anonymität“, wirkungsvollen „Schutz vor Massenüberwachung“ noch kann der Service eine „Verfolgung durch Abmahnfallen“ verhindern! Für geringeres Geld kann man auch einen „echten VPN“ Service erhalten!

Unser Fazit zum Avira Phantom VPN Testbericht

Im Grunde hätte es natürlich eine charmante Kombination ergeben können. Ein bekannter Virenschutz + ein VPN-Anbieter. Das sich diese beiden Ansätze einen Nutzer zu schützen aber so sehr in die Quere kommen können wie bei Avira hat auch uns erschreckt.

Grundlegende Sicherheitsfunktionen wurden bei Avira grob fahrlässig missachtet. Es wird durch die Nutzung des Services zwar einerseits eine andere IP-Adresse angenommen, da diese Daten aber erneut ungefragt gespeichert und vermutlich auch Behörden und anderen mitgeteilt werden können, ist dieser Vorteil zumindest für den Schutz der Privatsphäre nicht mehr vorhanden.

Zudem fehlen grundlegende Funktionen wie DNS-Leak-Schutz, Windows-Leak-Schutz, Firewall, WebRTV Leak Schutz usw… Es ist gibt kaum Gründe die für einen 8 Euro teuern service daher sprechen würden!

Die Kombination auf Virenschutz und VPN-Service ist aus unserer Sicht kräftig schief gegangen!

Leider – keine Empfehlung

Firmendaten

Preise und Tarife von Avira Phantom VPN

Avira Phantom VPN Preise & Tarife
Avira Phantom VPN Preise & Tarife

Das Preisniveau entspricht einem sehr guten VPN-Anbieter, leider sind die Leistungen nicht entsprechend. Für fast 8 Euro im Monat bekommt man auch sichere Anbieter die wesentlich mehr Funktionen beinhalten!

Nutzung der Avira Phantom VPN Zugangssoftware

Die Software hatte bei uns auf dem Mac OSX einige Probleme bereitet, sie ließ sich einfach nicht mehr schließen. Im Grunde war aber die Nutzung sehr einfach und auch komplett in Deutsch.  Das dürfte vielen Benutzern gut gefallen.  Leider konnten weder Sicherheitslücken damit geschlossen werden noch andere relevante Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden. Kein Protokollwechsel usw. Bei einer Trennung der Verbindung gab es keine Warnung oder Wiederverbindung für den Benutzer! Die Einschränkungen der kostenlosen Version werden durch Werbebotschaften und auch Datenspeicherung von Aktivitäten leider eingetrübt.

Avira Phantom VPN Einstellungen
Avira Phantom VPN Einstellungen
Avira Phantom VPN Serverauswahl
Avira Phantom VPN Serverauswahl

Speedtest

Die Geschwindigkeitstests die wir durchführen konnten basieren darauf, dass noch kaum Benutzer auf den Servern zur selben Zeit waren. Die Verzögerungen stammen aus den typischen „virtuellen“ Serverfarmen und sind aber im normalen Bereich. Es gab keine Unterbrechungen bei unseren Tests allerdings konnten wir auch keine abweichende Verschlüsselung oder andere Protokolle auswählen. Es ist uns sogar nicht mal klar geworden ob die Daten aktuell verschlüsselt wurden, es gibt dazu für den normalen Benutzer keine Möglichkeit diese zu kontrollieren. Die erreichten Geschwindigkeiten selbst waren im durchschnittlichen Bereich. Die gemessenen Schwankungen lassen den Schluß zu, dass die Server bei einer Belastung schnell an die Grenzen geraten.

Avira Phantom VPN Geschwindigkeitsstest
Avira Phantom VPN Geschwindigkeitsstest
Maximale Geschwindigkeit getestet
Download
0
Kbps
Jitter
0
Ms
Ping
0
Ms
Upload
0
Kbps
Deutschland | 10.02.2020

Privatsphäre & Anonymität

Eine Virensoftware muss logischerweise auf alle Daten auf dem zu schützenden Gerät zugriff erhalten, sonst würde das Finden von Viren einfach nicht möglich sein. Das ist aber bei einem VPN-Service ganz anders gelagert und auch nicht erwünscht. Dennoch konnten ermitteln, dass Avira neben den Namen unseres Gerätes auch Ausstattungsmerkmale und viele Details unserer Geräte an sich selbst übermittelte. Der Nutzer wird darüber nicht informiert! Das ist und wir wiederholen es an dieser Stelle: „Nicht akzeptabel!“

Avira speichert Protokolle der Nutzung

Klar ist auch, dass ein Service der Datenmengen und Benutzung aufzeichnet natürlich Logfiles/Protokolle anlegen muss über die Benutzer! Das widerspricht in den meisten Fällen dem Grund der Nutzung, nämlich dem Schutz der eigenen Privatsphäre. Da dies noch dazu ungefragt geschieht, raten wir ab diesen Service überhaupt zu Testzwecken zu installieren!

Virtuelle Miet-Server ohne Schutzmassnahmen vor Überwachung

Wir haben uns die Mühe gemacht und etwas näher die verwendeten Servermodelle des Anbieters angesehen.  Alle Server von Avira Phantom die wir untersucht haben waren ausschließlich gemietete Server bekannter Hostingunternehmen. Was diesen Umstand so brisant macht ist, dass in der Vergangenheit mehrere dieser Serververmieter auch durch Behörden verpflichtet wurden Überwachungsdaten und Logfiles über die Nutzung und verbundener Geräte (Also Nutzer) zu übermitteln. Selbst wenn damit Avira von Behörden nicht gefragt würde um Daten der Benutzer zu übermitteln, so würde es Avira damit nicht einmal auffallen, wenn dies durch den eigentlichen Serverbetreiber erfolgen würde. Damit kann Avira weder Anonymität noch ausreichend Schutz vor dem Zugriff auf die Nutzungsdaten garantieren.

Persönliche Daten werden nach der Installation zu Avira übertragen!

Direkt nach der Installation auf einem Gerät werden die spezifischen Daten des benutzen Gerätes an die Datenbanken von Avira übertragen, man kann dies auch sehen da sich ein eigenes Benutzerkonto auf der Webseite von Avira Phantom öffnet. Die dabei übertragenen Daten sind zumindest eine eindeutige Geräte ID, das Betriebsystem des Gerätes, der Benutzername mit dem man sich am Gerät angemeldet hat, die IP-Adresse die verwendet wurde usw. In den Datenschutzhinweisen wird dies erstens nur sehr verstecket und auch unzureichend erklärt. Jeder der eine Gratisversion der Software installiert hat damit bereits sein Einverständnis zur Datensammlung von Avira gegeben und keine ausreichende Kontrolle mehr darüber was mit diesen Daten passiert. Selbst nachdem wir die Software deinstalliert hatten verblieben die Daten weiterhin in der Datenbank von Avira gespeichert.

Offenbar überträgt Avira Phantom VPN ungefragt und auch ohne Wissen des Benutzers Detailinformationen zu den verwendeten Geräten.

Die Logik welche sich vermutlich dahinter versteckt ist, dass man dann mit wenigen Mausklicks auch eine Anti-Virensoftware des Betreibers hinzufügen kann. Avira hat damit auch gleich die richtigen Daten, die eigenen anderen Produkte wie Virenschutz, Firewall usw. gezielt bewerben zu können!

So nachvollziehbar es auch sein mag, es ist ein absolutes „NEIN“ für einen VPN-Service, Daten der Benutzer „ungefragt“ an eigene Datenbanken zu übertragen. Es steht auch im Widerspruch zu den „Werbeversprechen“ die Avira trifft. Die Benutzer werden dabei bereits in den ersten Minuten der Verwendung von Avira Phantom selbst zu gezielten „Produkten“ und „Datenlieferanten“ für den Hersteller. Das ist entschieden abzulehnen und auch datenschutzrechtlich bedenklich!

Avira Phantom VPN überträgt Benutzerdaten ungefragt an die eigenen Server
Avira Phantom VPN überträgt Benutzerdaten ungefragt an die eigenen Server

Streaming

Avira Phantom verbietet Torrentnutzung

Avira spricht davon, dass Torrentnutzung natürlich erlaubt ist. Allerdings bei konkretem Nachfragen wurde uns auch schnell klar, dass dadurch auch Probleme entstehen können. So werden DCMIA Anfragen die den Anbieter erreichen natürlich beantwortet. Das bedeutet, dass ein Benutzer der durch eine Abmahnfalle irrtümlicherweise ein urheberrechtlich geschütztes Werk damit über Torrent ladet, auch ausforschbar wird. Klar kann man damit argumentieren, dass dies ja immer der Fall sein wird und dies nicht zu den Aufgaben eines VPN-Services gehören mag Benutzer die illegale Aktivitäten tun zu schützen. Das stimm auch soweit, allerdings braucht man dann aber auch diesen Service nicht zu verwenden, denn einen zuverlässigen Schutz bietet er damit kaum noch. Es gibt sehr wohl auch VPN-Anbieter, welche sich möglichst schützend auch vor deren Benutzer stellen und Anfragen dazu immer auch aktiv juristisch bekämpfen. Diese Möglichkeit sieht das deutsche Gesetz, in dessen Rahmen Avira Phantom nun einmal tätig ist, aber nicht ausreichend vor.

VPN am Router

Avira Phantom VPN kann man nicht auf dem Router verwenden. Für diese Zwecke empfehlen wir andere Anbieter, wie zum Beispiel Surfshark VPN.

Online-Gaming

Ebenso für Online-Gaming hat dieser VPN-Dienst nichts zu bieten. Es ist unsicher und man muss mit Störungen rechnen.

VPN auf Reisen

Bitte Avira nicht auf Reisen verwenden. Gerade in öffentlichen Hotelnetzwerken oder in anderen großen Netzwerken sind die eigenen Daten besonders gefährdet.

Kunden Support

Der Kunden Support von diesem Unternehmen lässt auch zu wünschen übrig. Nur per E-Mail kann man direkten Kontakt aufnehmen. Wenn man Fragen hat, bleibt einem nur die FAQ-Webseite. Natürlich helfen wir auch gerne!

Funktionen

Häufig gestellte Fragen


Erstellt am:12. September 2016


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21 Gedanken zu “Testbericht: Avira Phantom VPN – „Leider, NEIN“ zu viele Versprechen nicht gehalten!”

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