VPN anonym bezahlen? Warum das keine Anonymität bringt.

Viele Leser fragen uns immer wieder, ob es Sinn macht, den VPN-Service auch anonym zu bezahlen. Die Idee die dahinter steckt ist, dass damit die eigene Anonymität noch verbessert werden sollte. Wir denken aber, dass es keine ausreichenden Gründe für die Annahme gibt. Im folgenden erklären wir was dafür und auch dagegen spricht.

Für eine anonyme Zahlung von VPN-Diensten spricht:

  • In Ländern, wo die Verwendung eines VPN-Services die Aufmerksamkeit der Regierung erregen könnte oder diese sogar durch Gesetzesauslegungen verboten ist wie: Saudi-Arabien, Kuweit, Bahrain oder auch China kann es für dort wohnhafte Bürger durch die Überwachung der Zahlungsdienstleister dazu kommen, dass man in das Fadenkreuz der Behörden dadurch gelangt. Dies betrifft aber rein Bewohner dieser Staaten die auch Ihre Kreditkarten oder Bankverbindungen innerhalb dieser Länder haben! Ein Ausländer leistet seine Zahlungen im Normalfall über ebenfalls ausländische Banken und diese sollten weiterhin geheim bleiben.

Gegen eine anonyme Zahlung eines VPN Services spricht:

  • Der eigene Internetanbieter kann, falls er dies gezielt unternimmt, in jedem Fall herausfinden, dass der Benutzer sich über einen VPN-Anbieter verbindet. Die technischen Daten betreffen dabei den Zielort der VPN-Verbindungen und damit lassen diese theoretisch auch auf den VPN-Anbieter schließen. Es ist daher unmöglich diese VPN-Verbindungen in jedem Fall geheim zu halten. Daraus folgt, dass es daher auch keinen wesentlichen Unterschied macht, ob Kreditkartenunternehmen dies ebenfalls durch getätigte Zahlungen erfahren. Bei einer korrekten Anwendung der VPN-Dienste ist es technisch gesehen aber dennoch weiterhin unmöglich die Aktivitäten der Nutzer zu erfassen oder zu überwachen.

Was sind sichere Zahlungsmethoden?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Unter dem Aspekt, dass Zahlungen die über PayPal, Kreditkarten oder über Banküberweisungen stattfinden, werden die Sender als auch Empfängerdaten den Anbietern bekannt gemacht. Geheimdienste und auch staatliche Überwachung kann dies registrieren und damit auch jeden Kauf nachvollziehen.

Geldrückforderungen oder Konfliktlösungen

Auf der anderen Seite sind gerade nicht anonyme Zahlungsdienste besonders davor geschützt, bei Unregelmässigkeiten oder auch bei Geld-Zurück-Garantien sich das gesendete geld wieder holen zu können. Wie bei PayPal der Käuferschutz und der damit auch verbundenen Konflitklösungsmöglichkeit deutlich zeigt. Bei anonymen Zahlungsdiensten fallen diese Möglichkeiten eigentlich komplett weg. Wer einmal eine Bitcoinzahlung oder mit einer anonymen Prepaidkarte bezahlt hat, der kann gegen diese Zahlungen keinen Einspruch leisten und kann nur auf eine freiwillige Rückzahlung durch den Empfänger der Zahlungen hoffen.

Wir möchten hier keineswegs PayPal als den besten Zahlungsdienstleister darstellen, da wir mit der Firmenpolitik der Datenspeicherung und auch der Überwachung durch US Behörden damit verbunden gar keine Freude haben. Jedoch ist dies natürlich ein Vorteil, den man auch erwähnen muss.

Bitcoin

Bitcoin ist eine Möglichkeit Anonymität bei Zahlungen zu erreichen, allerdings müssen dazu einige Dinge beachtet werden, denn es sind alle Zahlungen die jeder Bitcoinbenutzer tätigt völlig transparent und offen für jeden nachvollziehbar getätigt! Man kann daher sehr einfach herausfinden, wie viel Bitcoins der Benutzer einer Bitcoinadresse hat und welche Zahlungen er wann und an wem tätigt. Anonymität wird daher dabei nur erreicht, wenn man Zahlungen stets mit unterschiedlichen IP-Adressen und Einmalbitcoinadressen tätigt und sich aktiv selbst dabei verschleiert. Natürlich ist dies mit einem erhöhten Aufwand verbunden.

PaySafeCard

Die in Deutschland beliebte PaySafe Card wurde in den vergangen Jahren mehr und mehr reglementiert, heute sind anonyme Einzahlungen nur noch in begrenzten Umfang möglich und zugleich wurde es fast unmöglich damit auch VPN-Dienstleister zu bezahlen. Dem Unternehmen wurde schlichtweg von staatlicher Stelle nahegelegt, die Verbindungen zu VPN-Diensten einzustellen, daher gibt es nur noch wenige Ausnahmen die noch PaySafe Zahlungen anbieten.

Starbucks Card

Eine interessante Möglichkeit ist es auch, die Starbucks Card als PrePaid Zahlungsmittel einzusetzen, man kann diese in jeder Starbucks Filiale erwerben und mit bis zu 100 USD aufladen. Einige VPN-Services akzeptieren diese dann auch zur Zahlung.

Bargeld

Es ist bei einigen Anbieter möglich, mit Bargeld die Services zu begleichen. In jedem Fall ist dies natürlich die anonymste Form der Zahlung. Diese Anbieter stellen Postadressen zur Verfügung, zu diesen man in einem Kuvert die Geldscheine unter Angabe der Zugangskennung des Services zusendet. Das dauert natürlich einige Tage und man muss dem Anbieter natürlich auch vertrauen entgegenbringen. Wir haben die mit Perfect-Privacy getestet und einen Geldbetrag zu deren Geldempfangsadresse gesendet. Es dauerte 7 Tage bis der Geldeingang verbucht war. Aber dafür sehr anonym, da ja auch digital gar nicht nachzuvollziehen.

Sofortüberweisung/Banktransfer

Bei einer Überweisung über das eigene Konto spart man dem Anbieter viele Gebühren die von vielen Zahlungsdienstleistern anfallen. Dabei wird natürlich auch die eigene Kontoverbindung auch bekannt, Rückforderungen sind im Normalfall auch nicht durch die Bank möglich. Aber für Personen die keine anderen Zahlungsmöglichkeiten haben, ist dies durchaus interessant.

Wichtig ist es aber, niemals Bankeinzugsvereinbarungen zuzustimmen (wie bei SpyOff VPN) da damit die Bankdaten bei den Anbietern direkt gespeichert werden und diese jeden beliebigen Betrag damit direkt vom eigenen Konto und ohne weitere Zustimmung abbuchen können. Das birgt die Gefahr dass es dabei zu Unregelmässigkeiten kommt und man dann lange Streitigkeiten eingeht. Das lehnen wir und seriöse Zahlungsanbieter komplett ab!

Seriöse VPN-Anbieter verwenden externe Zahlungsdienstleister und speichern keine Zahlungsdaten der Benutzer.

Üblicherweise werden von VPn-Diensten externe Zahlungsdienstleister benutzt, die gegen eine geringe Gebühr, die der VPN-Anbieter begleicht, die Zahlungen handhaben. Der Vorteil für die VPN-Anbieter ist es dabei, dass Sie ein größere Anzahl an Zahlungsarten anbieten können, ohne individuelle Vereinbarungen mit jedem Zahlungsanbieter direkt vereinbaren zu müssen. Für die Benutzer besteht der Vorteil dabei, dass die persönlichen Daten die eventuell mit der Zahlung verbunden sind, nicht direkt zum VPN-Anbieter gelangen. Dies ist auch ein Vorteil für die Anbieter, welche eine hohe Anonymität und Privatsphäre der Benutzer garantieren möchten, da sie damit nicht in der Verpflichtung stehen auf die persönlichen Daten der Nutzer selbst zu achten. Was man nicht hat, kann man auch nicht an Behörden weitergeben.

Einige Anbieter die uns dabei aber negativ aufgefallen sind, wie SpyOFF, HideMyAss usw. speichern dieseDaten jedoch selbst. Da unklar ist wie Sie mit diesen Daten umgehen haben wir dies auch in den Bewertungen zum Schutz der Privatspähre negativ einfließen lassen.

Zusammenfassung
Beitragstitel
VPN Dienste anonym bezahlen?
Beschreibung
Warum sollte man einen VPN-Service stets anonym bezahlen? Wir gehen diesem Mythos auf den Grund und widerlegen diesen.
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Verfasser
vavt.de
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