Verfolgungswahn? Österreich will „Do Not Track”-Standard verhindern

Als nächsten Paukenschlag in Sachen Datenschutz hat das EU-Parlament die geplante e-Privacy-Verordnung in petto. Diese sieht unter anderem die Einführung der Browser-Voreinstellung „Do Not Track“ vor. Tracking-Cookies & Co sollen damit zumindest massiv eingeschränkt, wenn nicht überhaupt verhindert werden. Finden wir gut und du sicher auch. Die österreichische EU-Ratspräsidentin anscheinend eher weniger. Sie möchte diese Voreinstellung gleich überhaupt streichen – sieht so Datenfreundlichkeit made in Austria aus?

Politiker, die sich für das Tracking ihrer Bürgerinnen und Bürger stark machen? Gefällt uns absolut nicht! Und sollte eigentlich wirklich nicht sein. Die österreichische EU-Ratspräsidentin sieht das anders und hat am Dienstag auf der Parlaments-Seite ein Statement abgesetzt, dass sie dafür ist, den Artikel 10 der geplanten e-Privacy-Verordnung gleich überhaupt zu streichen.

Alle deine Klicks werden getrackt – ohne dein Einverständnis!

Dieser Artikel 10 ist nicht irgendetwas und leicht abzutun. Es geht darin nämlich um das Tracken deines Surfverhaltens. Durch „Tracking-Cookies“ und einige andere Instrumente kannst du nämlich derzeit, wenn du dich nicht aktiv davor schützt, von Webseite zu Webseite verfolgt werden. Natürlich werden deine Internet-Surftrips auch gleich aufgezeichnet. Wenn schon, denn schon … Du wirst auch nicht nur bei den primären Webseiten, die du ansurfst, getrackt. Laut Datenexperte Wolfie Christl im Gespräch mit futurezone sind „30 bis 40 Tracker von Drittparteien“ ebenfalls mit von der Partie, die alle deine Klicks kennen und diese Daten dann für Werbezwecke nutzen. Oft ohne, dass dir das überhaupt klar bzw. bewusst ist.

Mit „Privacy by Default“ hast du die Macht!

Kein Wunder also, dass diese Tracking-Geschichte der momentan zumindest sehr Datenschutz-sensiblen und -bemühten EU nicht passt. Deshalb möchte sie dieses derzeit automatische Tracken auch unterbinden. Anstatt dass du das Tracking in deinen Einstellungen deaktivierst, sollst du mit der geplanten e-Privacy-Verordnung überhaupt erst dein Einverständnis abgeben. Quasi ein Umkehreffekt, der auch als automatische „Do Not Track“-Voreinstellung bezeichnet wird. „Privacy by Default“ gibt dir die Macht, ganz unkompliziert zu entscheiden, wer deine Daten abfragen darf. Und wer nicht. Die ganzen Webseiten-Inhaber, App-Betreiber und Werber müssten sich also ziemlich anstrengen, um dein Vertrauen – und deine Tracking-Freigabe – zu gewinnen.

Datenschutzrecht als Standard bei jedem Browser – klingt doch fantastisch! Genau das möchte die österreichische EU-Ratspräsidentin aber verhindern. Nicht nur abschwächen, sondern den geplanten Artikel überhaupt gleich streichen. Im Namen des freien Trackings, ohne Einverständniserklärung und Warnung. Bleibt zu hoffen, dass sie mit dieser Meinung in der EU alleine dasteht …

Quelle: futurezone

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Verfolgungswahn? Österreich will „Do Not Track”-Standard verhindern
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Als nächsten Paukenschlag in Sachen Datenschutz hat das EU-Parlament die geplante e-Privacy-Verordnung in petto. Diese sieht u. a. die Einführung der Browser-Voreinstellung „Do Not Track“ vor. Tracking-Cookies & Co sollen damit zumindest massiv eingeschränkt, wenn nicht überhaupt verhindert werden. Die österreichische EU-Ratspräsidentin möchte diese Voreinstellung allerdings gleich ganz streichen.
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