IoT-Studie: Unternehmen machen sich bei Cyberangriffen mehr Sorgen um Kundenvertrauen als um Sicherheit

Eigentlich sollte hinlänglich bekannt sein, dass das Internet nicht gerade der sicherste aller Orte ist – und aufgrund der wachsenden Vernetzung eine ideale Spielwiese für Cyberkriminelle darstellt. Entsprechend wichtig sind gute Sicherheitsvorkehrungen, vor allem im Unternehmensbereich. Viele Betriebe sind bei diesem Thema aber nicht up-to-date, wie eine Studie des japanischen IT-Sicherheitsunternehmens Trend Micro zeigt.

1.150 Firmen-IT-Sicherheits-Entscheidungsträger aus der ganzen Welt wurden im Rahmen der Studie zum Thema Sicherheit im Internet der Dinge (IoT) und damit einhergehenden Strategien, Probleme und Investitionen befragt. Nun sollte man meinen, dass Unternehmen durch die Vielzahl an täglichen Horrornews über Hacks, Cyberangriffe & Co sehr viel Wert auf Sicherheitsvorkehrungen legen. Die Umfrage hat aber ganz im Gegenteil gezeigt, dass nur 43 % der befragten IT-Beauftragten die IT-Sicherheit bei der Umsetzung von Projekten im Internet der Dinge an erste Stelle setzen.

Vernetzte Geräte nur von 53 % als Risiko bewertet

Es herrscht aber durchaus ein Bewusstsein für Cyberkriminalität, 63 % gaben an, dass es in den letzten 12 Monaten mehr Cyberangriffe im Zusammenhang mit IoT-Anwendungen gegeben hat. Vernetzte Geräte wiederum sehen nur 53 % als ein Risiko fürs Unternehmen an, obwohl sich im letzten Jahr in den befragten Betrieben durchschnittlich 3 Attacken auf vernetzte Geräte ereigneten. Professionelle Hilfe holen sich trotzdem nur 38 % Prozent der Unternehmen, vor allem in den Bereichen Wearables, Smart Utilities und Smart Factory – also quasi den momentanen Trendthemen.

Risiko durch Vernetzung höher

Udo Schneider von Micro Trend sieht im Hinblick auf diese Zahlen große Probleme auf Unternehmen zukommen: „Viele Unternehmen sehen in IoT-Systemen die Zukunft und setzen daher neue Arten vernetzter Geräte in ihren Netzwerkumgebungen ein. Das verbessert zwar ihre Geschäftsprozesse, stellt jedoch auch ein großes Problem hinsichtlich neuer Cyber-Risiken dar, da die eingebauten Betriebssysteme normalerweise nicht ohne weiteres gepatcht werden können. Die Investitionen in IT-Sicherheitsmaßnahmen sollten sich daher an den Investitionen in den Ausbau von Systemen orientieren. Nur so kann das Risiko eines Datenverlustes verringert werden.“

Bei Datenverlust höherer Gewinn durch IoT-Lösungen dahin …

Ein solcher Datenverlust ist nicht ohne und hat gleich mehrere negative Auswirkungen auf Unternehmen. Zumal ja seit Ende Mai die Datenschutzgrundverordnung der EU in Kraft getreten ist und horrende Strafen für einen Datenverlust möglich wären. Trotz der strengen neuen Auflagen sehen die Befragten die DSGVO als nicht so kritisch. Man fürchtet sich weniger vor den Strafen (31 %), als davor, das Vertrauen der Kunden zu verlieren (52 % und damit die größte Angst), vor finanziellen Schäden (49 %) und vor dem Verlust personenbezogener Daten (32 %). Im Hinblick auf IoT-Lösungen stellen Datenverluste eines der größten Probleme dar, laut Micro Trend besteht die Gefahr, dass die Investitionen in solche Lösungen und deren Vorteile durch zu wenige Sicherheitsvorkehrungen und eventuellen erfolgreichen Cyberattacken sich ins Negative drehen. Anstatt eines Gewinns bleibt dann ein Verlust von Geld, Vertrauen etc., der die Unternehmen treffen könnte. Denn es wird tatsächlich viel in die neue Technologie investiert: Im Schnitt fließen 2,5 Millionen US-Dollar im Jahr in IoT-Lösungen. Fazit: Vernetzung ist fortschrittlich und kann für Unternehmen profitabel sein – wenn auch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen im Zuge von IoT-Maßnahmen berücksichtigt werden.

Quelle: IT Daily

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IoT-Studie: Unternehmen machen sich bei Cyberangriffen mehr Sorgen um Kundenvertrauen als um Sicherheit
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Eigentlich sollte hinlänglich bekannt sein, dass das Internet nicht gerade der sicherste aller Orte ist – und aufgrund der wachsenden Vernetzung eine ideale Spielwiese für Cyberkriminelle darstellt. Entsprechend wichtig sind gute Sicherheitsvorkehrungen, vor allem im Unternehmensbereich. Viele Betriebe sind bei diesem Thema aber nicht up-to-date, wie eine Studie des japanischen IT-Sicherheitsunternehmens Trend Micro zeigt.
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