Facebook Datenskandal geht in die nächste Runde: Britisches Parlament ermittelt nun anhand konfiszierter Gerichtsdokumente

Rund um den Cambridge Analytica-Datenskandal ranken sich viele Gerüchte. Das britische Parlament möchte es genau wissen und hat sich jetzt ungewöhnliche Hintergrundinfos auf ebenso ungewöhnliche Art & Weise gesichert: Anhand interner Dokumente, deren Veröffentlichung von einem US-Gericht untersagt wurde, wollen die Ermittler Facebook weiter auf die Spur kommen. Große Frage dabei: Wie konnte es überhaupt zu einem solchen Vorgehen wider Privatsphäre und Datenschutz kommen?

Was sich die Briten da gesichert haben, scheint nicht von schlechten Eltern zu sein: Facebook wollte unter keinen Umständen, das die internen Infos ans Licht der Öffentlichkeit kommen. So hat der Konzern in den USA erfolgreich vor Gericht erkämpft, dass die Infos nicht publiziert werden dürfen. Und auch das britische Parlament wurde gleich dazu aufgefordert, die Daten wieder an Facebook auszuhändigen.

Daten stammen aus Klage von App-Hersteller Six4Three

Es hatte sich diese durch den Gründer von Six4Three, einem App-Hersteller, gesichert. Six4Three hatte in Kalifornien Klage gegen Facebook erhoben, denn auch die Bikini-App „Pikini“ griff auf die Daten von Facebook-Usern zu. Das war, ähnlich wie bei Cambridge Analytica, für Facebook App-Entwickler gang und gebe. Im Rahmen der Klage war der Konzern dazu gezwungen, viele vertraulichen Informationen auszuhändigen, die sich mit dem Thema der Daten-Weitergabe an Drittanbieter beschäftigen.

Daten-Herausgabe bei London-Besuch erzwungen

Eigentlich sind diese Daten natürlich streng vertraulich. Aber ein hoher britischer Parlamentarier namens Damien Collins hat sich den Six4Three-Gründer einfach bei einem London-Besuch geschnappt. Der Mann hat dem Druck und hohen Strafandrohungen des Parlaments nicht standgehalten und die Unterlagen schlussendlich ausgehändigt.

Schlecht für Facebook, was deren Kampf um die Akten deutlich zeigt. Laut Guardian soll es sich u. a. um interne Top-Secret-E-Mails zwischen Mark Zuckerberg selbst und seiner Führungsriege handeln. Thema soll sein, wie sich der Cambridge Analytica Datenskandal überhaupt entwickeln konnte.

Britisches Parlament hat sich formidabel gerächt

Das britische Parlament hatte bisher nicht die Möglichkeit, Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich zum Datenskandal zu befragen. Er war lediglich zu einer Anhörung vor der EU in Brüssel und einer in den USA bereit. Umso mehr freuen sich die britischen Parlamentarier jetzt über den gelungen Coup – quasi ihre Rache auf die Weigerung Zuckerbergs, ihnen Rede und Antwort zu stehen: „Wir haben von Facebook bisher keine Antworten erhalten und wir denken, dass diese Dokumente wichtige Informationen für die Öffentlichkeit haben”, so Damian Collins, der auf Twitter auch ein Schreiben an Facebook veröffentlichte. Was gibt es Besseres als interne Infos aus einer Gerichtsverhandlung auf dem Silbertablett serviert, an die man sonst niemals käme?

Quelle: netzpolitik.org; Foto: crello

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