Weltweit 1. Gerichtsurteil: Mit Smart Home Noch-Ehefrau überwacht

Das hat er sich einfacher vorgestellt: Ein 35-jähriger Brite hat seine Noch-Ehefrau wochenlang im eigenen Zuhause abgehört und gefilmt. Jetzt wurde er dafür zu 11 Monaten Haft verurteilt. Es handelt sich dabei um das erste Gerichtsurteil überhaupt, dass eine solche Überwachung bestraft – was im Sinne eines Präzedenzfalles sehr gut ist. Denn leider mehren sich die Vorfälle, in denen Smart Home-Geräte wie Kameras missbräuchlich verwendet werden, wie die New York Times berichtet.

Kameras, Thermostate etc. werden missbräuchlich für Terror & Überwachung genutzt

29 Millionen Haushalte in den USA sind „smart“ und setzen in ihrem Zuhause digital gesteuerte Geräte ein. Das können Fernseher genauso sein wie die Heizung oder Kameras. Vermehrt werden diese Tools nun nicht nur für praktischen Komfort genutzt, sondern auch für häuslichen Missbrauch. Meist haben Männer die „Kontrolle“ über das Smart Home, sie verwenden es dann beispielsweise bei einer Trennung für gezielte Terrorisierung ihrer Exfrauen. Beispielsweise wird die Heizung aus der Ferne massiv aufgedreht oder eben eine komplette Überwachung per Kamera initiiert, die jeden Schritt mitverfolgt. Anwälte möchten diesen steigenden Trend in den Griff bekommen, indem sie intelligente Geräte in Wegweisungsanträgen inkludieren. „Wenn neue Technologien eingeführt werden, denken Menschen oft, dass ihr Leben dadurch viel sicherer wird”, so Katie Ray-Jones von der National Domestic Violence Hotline zur „New York Times“, „doch wir sehen oft das Gegenteil bei Betroffenen von häuslicher Gewalt.”

Großbritannien: Per i-Pad Telefonat mitgehört

Auch wenn der Trend in den USA aufgekommen ist, das erste diesbezügliche Urteil wurde nun in Großbritannien gefällt: Im Haus des angeklagten IT-Spezialisten waren mehrere iPads an der Wand angebracht. Sinn und Zweck derselben war, auf schnellem Wege das Smart Home zu regeln. Was aber tat der in seiner Ehre beleidigte Mann? Du kannst es dir sicher denken: Er hörte die Telefongespräche seiner Noch-Ehefrau ab und auch die Webcam des Laptops soll er zum Ausspionieren benutzt haben. Entdeckt hat die Frau die Überwachung durch einen Fehler ihres Mannes: Nach einem Telefonat mit ihrer Mutter ist der 35-Jährige anscheinend zuhause aufgetaucht und hat sie in Bezug auf das geführte Gespräch zur Rede gestellt. Das Gericht jedenfalls glaubte dem Opfer, der Angeklagte erhielt 11 Monate Haft und darf mit seiner Gattin 3 Jahre lang nicht mehr in Kontakt treten.

Quelle: Standard Online

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Weltweit 1. Gerichtsurteil: Mit Smart Home Noch-Ehefrau überwacht
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Ein 35-jähriger Brite hat seine Noch-Ehefrau wochenlang im eigenen Zuhause abgehört und gefilmt. Jetzt wurde er dafür zu 11 Monaten Haft verurteilt. Es handelt sich dabei um das erste Gerichtsurteil überhaupt, dass eine solche Überwachung bestraft. Leider mehren sich die Vorfälle, in denen Smart Home-Geräte wie Kameras missbräuchlich verwendet werden.
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