Weitere Antworten von Facebook auf 18 EU-Fragen

Wie berichtet stand Mark Zuckerberg dem EU Parlament am 22. Mai Rede und Antwort (mehr oder weniger). Da viele Fragen dabei unbeantwortet blieben, versprach der Facebook-Chef, weitere Antworten in Schriftform abzugeben. Glaubst du nicht: Hat er aber tatsächlich – mit nicht immer erfreulichen Ergebnissen in Sachen Datenschutz.

18 Fragen es EU-Parlaments hat Mark Zuckerberg nachträglich noch beantwortet. Und das im Eiltempo, immerhin kam er bei der Anhörung nicht gut weg und musste einiges an Schelte einstecken, vielen Fragen ausgewichen zu sein. Aber was hat der Facebook-Boss nun nachträglich noch alles zu sagen?

Facebook und WhatsApp tauschen weiterhin Daten aus

Punkt Nummer 1 – hierfür müssen wir etwas ausholen: Bis jetzt wurden deutsche Nutzer aufgrund einer erfolgreichen Klage von Datenschützern im Jahr 2016 davor bewahrt, dass WhatsApp deine Daten (z. B. die Telefonnummer) an Facebook weitergibt. Damit hat es sich aber jetzt, wie eine Unterseite der WhatsApp Webseite zeigt. Möglich ist das absurderweise durch die DSGVO, damit ist nämlich das Verbot von damals nicht mehr gültig. Johannes Caspar (Datenschutzbeauftragter von Hamburg) hatte dieses damals durchgesetzt und gegenüber dem Onlineportal golem.de ganz klar seine Meinung dazu kundgetan. Er empfindet den Datenaustausch der beiden Giganten als „alarmierend“ und auch nicht mit der DSGVO konformgehend. Dieses ganze Thema war auch Bestandteil der EU-Fragen: Mark Zuckerberg wies diese aber recht deutlich ab, er verspreche nicht, keine Daten mit WhatsApp auszutauschen. Und auch die komplette Löschung von Fake-Profilen sei nicht möglich.

Cambridge Analytica Datenskandal kein Thema für uns Europäer?

Eine zweite interessante Antwort lieferte Mark Zuckerberg in Bezug auf den aktuellen Facebook Datenskandal: Entgegen allen vorherigen Annahmen seien nämlich möglicherweise doch keine europäischen Nutzer betroffen gewesen. Zuerst hieß es nämlich, dass 2,7 Millionen derartige Datensätze an Cambridge Analytica gingen. Laut dem Datenanalyse-Unternehmen ging es aber bei der Daten-Weitergabe ausschließlich um US-User. Facebook dazu: „Wir haben keine Beweise dafür gesehen, dass Kogan [der verantwortliche Cambridge-Professor] mit ihnen Daten über europäische Nutzer geteilt hat”, erklärte Facebook. So leicht lassen wir uns natürlich nicht abspeisen. Angeblich werden die Computer-System des Datenanalyse-Unternehmens geprüft und damit soll endlich auch klar sein, ob tatsächlich „nur“ amerikanische Facebook-Nutzer vom Datenskandal betroffen waren.

Schadenersatz für Datenklau? Wohl eher nicht.

Normalerweise erhalten Opfer von Betrügereien etc. Schadenersatz. So dachte sich das EU-Parlament das auch bei den Betroffenen des Datenskandals und fragte Zuckerberg, ob europäische Nutzer eine finanzielle Entschädigung erhalten. Dies verneinte Facebook. Generell beantwortete das Unternehmen viele der gestellten Fragen mit bekannten Stellungnahmen. Darunter auch jenes von Datenschützern heiß umstrittenes Thema, dass Daten von Nicht-Mitgliedern aus Sicherheitsgründen benötigt werden, eine Profilerstellung daraus erfolge aber nicht: „Wenn zum Beispiel ein Browser in den vergangenen fünf Minuten hunderte Websites besucht hat, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass das Gerät ein Bot ist.”

Ein bisschen mehr Auskunft als bei der stark kritisierten, mega-kurzen Anhörung (nur 30 Minuten der Zeit verfielen auf Zuckerbergs Antworten), gaben die zusätzlichen Fragen bzw. Antworten dann doch. Wenn auch nicht mit durchwegs positiven Inhalten …

Quelle: futurezone, Süddeutsche

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Wie berichtet stand Mark Zuckerberg dem EU Parlament am 22. Mai Rede und Antwort. Da viele Fragen dabei unbeantwortet blieben, versprach der Facebook-Chef, weitere Antworten in Schriftform abzugeben. Dies hat er tatsächlich getan – mit nicht immer erfreulichen Ergebnissen in Sachen Datenschutz
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