VPNs mit eingebauten Adblocker (Werbefilter) im direkten Vergleich

Werbung kann in vielen Fällen auch ein Risiko für den eigenen Datenschutz darstellen, da in den meisten Fällen Dritte, welche nicht direkt in Erscheinung treten oder für den Leser einer Webseite nicht im Vorfeld erkennbar sind, persönliche Daten zum Surfverhalten des Nutzers erhalten. Dies kann problematisch sein, stellt aber in jedem Fall einen Eingriff in die eigene Privatsphäre dar. Die Begründung um Werbung auf Webseiten anzuzeigen ist jedoch klar, es werden dadurch für den Webseitenbetreiber auch Einnahmen generiert. Nutzer die sich aber vor eingeblendeter Werbung und den Folgen in jedem Fall schützen möchten, sollten daher einen Adblocker oder auch Werbefilterung verwenden.

 

Adblocker sind meistens kostenlos erhältlich, allerdings in unterschiedlicher Qualität und manche sind sogar durch Werbetreibende selbst entwickelt worden.

Anbieter wie “Ghostery” bieten einen tadellosen Komfort, sind kostenlos verfügbar und filtern auch zuverlässig die meiste Werbung auf Webseiten heraus. Dazu können individuelle Regeln angewendet werden um auf einzelnen Webseiten auch das Blockieren von Inhalten zu verhindern. Allerdings wird bei Ghostery auch Werbung durchgelassen, gezielt durch die Entwickler vorgesehen, wie sich herausstellte. Das ist kein Wunder da “Ghostery” mittlerweile dem Axel Springer Verlag gehört, welcher seine Onlinemedien natürlich auch vor Werbeblockern schützen möchte. Andere Möglichkeiten bestehen darin, freie Adblocker Erweiterungen zu verwenden. Dabei werden im Grunde auch frei erstellte Blocklisten verwendet, welche nicht durch einzelne Benutzer oder Firmen verändert werden können. Diese Art der Adblocker gilt daher auch am zuverlässigsten in der Verwendung.

Viele Leser nutzen auch die Werbefilter die in vielen VPN Systemen eingebaut sind. Dabei muss man beachten, dass es generell zwei verschiedene Systeme dafür gibt. Die einen nutzen “Proxy-Techniken” um die Inhalte der aufgerufenen Seiten einsehen zu können und entsprechende Werbecodes herauszufiltern. Andere Systeme wählen den generelleren Ansatz und blockieren den Zugriff auf Domains welche für die Platzierung von Werbung oder Trackingmassnahmen verwendet werden.

 

Adblocker, lokal im Browser verwenden.

Adblocker sind einfach auf Browsern zu verwenden, wir haben dazu einige wirklich umfangreiche Artikel dazu veröffentlicht. Viele Werbeblocker sind halt auch parteiisch lassen Werbung auf bestimmten Seiten durch.  (Das Produkt “Ghostery” zum Beispiel  wird direkt vom Axel Springer Verlag betrieben) Daher sind freie Werbeblocker wie uBlock Origin sicher immer eher dem Vorzug zu geben. Auf ebenso freie Listen zum Blockieren von Werbung oder Malware setzen aber auch einige VPN Anbieter direkt. Dabei ist das einerseits ein Vorteil, der dazu führen kann, dass alle Geräte im gleichen Mass davon profitieren können. Allerdings lassen sich durch die zentralisierte Filterung auch keine “Ausnahmen definieren” Das kann am Ende dazu führen, dass man manche Inhalte im internet einfach nicht mehr aufrufen kann.

Durch zentrale Filterung lassen sich auch keine einzelnen Ausnahmen definieren!

Adblock Hinweisfenster Spiegel.de
Adblock Hinweisfenster Spiegel.de

Adblocker des VPN-Services nutzen!

Eine einfache Möglichkeit um Werbung nicht mehr angezeigt zu bekommen versprechen einige VPN-Anbieter. Dabei sind diese Massnahmen zumeist in den eigenen Softwareapplikationen auswählbar, allerdings damit auch nicht auf jedem Gerät verfügbar. Eine Ausnahme dabei stellt Perfect-Privacy VPN dar, welche die Aktivierung direkt für alle Geräte im Kundenbereich auf der Webseite ermöglicht. Damit kann man dann aber einzelne Geräte nicht ausnehmen.

Warum die “Proxy-Technik” keine gute Lösung darstellt.

Während der erste Ansatz leider auch bedeutet, dass der Anbieter auch auf sämtliche selbst scheinbar verschlüsselte Inhalte Zugriff erhält (Proxy = Stellvertreter = Der Stellvertreter erhält völligen Zugriff auf alle Daten) und damit selbst verschlüsselte Datenverbindungen eigentlich niemals wirklich durchgängig sicher sind.

VPN & Proxy - Vergleich und Erklärung
VPN & Proxy – Vergleich und Erklärung

Daher sollte man sich im Klaren sein, dass wenn man so einen VPN Service verwendet, es keine 100%ige Datensicherheit geben wird. Nicht gegenüber dem VPN-Anbieter und oder Dritten. Wir haben daher auch die Anbieter wie CyberGhost oder andere, welche auf Basis von Proxies die Inhalte der Nutzer filtern nicht verglichen oder in unsere Bewertungen aufgenommen.

Werbung/Malware Filterung aufgrund von Domainadressen

Die weitaus häufigere und auch sicherere Form betrifft die Blockierung von Domainadressen die für Werbeplatzierungen benutzt werden. Dabei gibt es eine Reihe an Filterlisten welche durch Nutzer gewartet werden und die auch bei VPN Services zur Anwendung gelangen. Diese Filterlisten sind frei zugänglich und werden von tausenden Nutzern täglich gewartet und am neuesten Stand gehalten. Dadurch ergeben sich sehr zielsichere Filteranwendungen. 100% kann es aber dabei auch niemals geben.

Wir haben dazu einmal die wichtigsten Anbieter getestet, welche auf Basis von Domainfilterung auch Werbeblocker anbieten. Dabei zeigte sich aber ein durchaus unterschiedliches und nicht erwartetes Bild. PureVPN hat offenbar die Funktion nicht mehr aktiviert, auch wenn der Anbieter weiterhin damit wirbt. PIA und NordVPN verwenden die selben Blockierlisten, zumindest waren die Ergebnisse der beiden Anbieter völlig identisch . Und Perfect-Privacy bietet den mit Abstand besten Werbefilter, der offenbar auch auf den größten Filterlisten basiert.

Filterung durch VPNs im direkten Vergleich

Wir haben um die Anbieter testen und vergleichbar bewerten zu können eine Liste an Werbedomains und auch Malwaredomains verwendet, welche auch in den öffentlich zugänglichen Listen enthalten war. Die Angaben dabei wurden durch tausende Nutzer selbst zusammengestellt und entsprechen den heute im Internet am häufigsten verwendeten Werbungs- und Malwarelisten. Im Grunde haben wir uns nur mit dem VPN-Service verbunden, die Einstellungen zu Ads oder Malwareblocking aktiviert und ein Testscript ausgeführt, welches die Domains hintereiander aufgerufen und die Ergebnisse aufgezeichnet hat.

Die Ergebnisse zeigen aber ein recht eindeutliches Bild. Wer sich mit dem von einem VPN-Service zur Verfügung gestellten Filterungen tatsächlich schützen möchte, dem wird aber nur die Verwendung von Perfect-Privacy einen wirklich annehmbaren Filterungsgrad bringen. Die anderen Services sind weiterhin auch in der Praxis auf die Verwendung eines lokalen Filters wie uBlock angewiesen. (Lokale Werbeblocker).

Um die Ergebnisse auch nachvollziehbar zu halten, werden wir die Dateien, welche dabei benutzt wurden veröffentlichen:

Domainliste Werbung https://pastebin.com/UG9UC2RG
Domainliste Malware https://pastebin.com/VuHN7zW7
NordVPN adshttps://pastebin.com/ze7b7asB
NordVPN Malware https://pastebin.com/sNdBmZae
PIA Werbung https://pastebin.com/sC5LCAUV
PIA Malware https://pastebin.com/BemM8sHX
Das Test-Skript https://pastebin.com/dkX7SjEa



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