Wie kann man „Anonym im Internet sein?“ Helfen VPN-Dienste dabei?

Viele Nutzer fragen uns nach VPN-Services die die größtmögliche Anonymität garantieren. Diese Frage ist berechtigt auch wenn dies nicht so einfach zu beantworten ist. Dazu muss man zuerst einmal auch das Wort „Anonymität“ definieren.

Anonymität bedeutet, dass eine Person oder eine Gruppe nicht identifiziert werden kann. Von der Bedeutung her zum Teil synonym zu anonym ist inkognito, sonst spricht man im Deutschen von unbekannt, verdeckt und namenlos.

Damit ist klar, dass es darum geht sich sozusagen „unerkannt“ im Internet zu bewegen. Es soll also nicht für Webseiten und Diensteanbieter im Internet nicht mehr erkennbar sein, welcher Benutzer oder welche Person bestimmte Services nutzt. Sofern dies auch auf die „Übertragung von Nachrichten“ bezogen wird oder das „Posten in Foren“ wird „anonymes Internetsurfen“ sozusagen zu einer „verdeckten Identiät“ die man vorgauckeln kann damit.

Vollständige Anonymität im Internet gibt es nicht!

Immer wenn man sich mit einem VPN-Dienst oder auch einem anderen „Service zur Verschleierung der Identität“ verbindet, gibt man eine Teil seiner Identität auf. Denn der eigene Internetanbieter kann immer erkennen, dass man „VPN-Daten“ überträgt und auch die Zieladresse (VPN-Serveradresse) der Daten ausfindig machen. Das gleiche gilt für die Nutzung von Anonymisierungsdiensten wie TOR oder anderen. Es ist daher also nicht möglich die Verwendung dieser Services zu verheimlichen. Dies hat aus unserer Sicht vor Allem auch Auswirkung auf die restlichen Faktoren dabei. Man kann daher davon sprechen, dass es keine „anonyme Nutzung“ von Diensten geben kann, sehr wohl aber verschleiert werden kann, was man damit tut.

Die grundlegende Unterscheidung:
„Wiedererkennung“ oder „Schutz der eigenen Identität“

Vielfach wird „Anonymität“ mit dem Schutz vor „Wiedererkennung“ im Internet zusammen gewürfelt, obwohl dies unterschiedliche Auswirkungen hat und technisch auch gänzlich anders zu verstehen ist.

Beispiel (Wiedererkennung oder Schutz der Identität):

Eine Webseite die Du besuchst, speichert in Deinem Browser ein kleines „Cookie“, das ist eine Textdatei, welche festhält, wann Du diese Seite das letzte Mal besucht hast und welche Seite Du geöffnet hattest. (Es gibt auch noch andere Methoden dabei) Zwangsläufig muss dies aber kein Problem für Deine Identität darstellen, sofern die Webseite weder weiß, wer Du bist oder woher Du stammst. trotzdem wird Dich diese Webseite aber beim nächsten Besuch über diese „Cookie“ wieder erkennen. Das hat ja auch Komfortgründe, da Du Dir eventuell eine erneute Anmeldung an der Seite dadurch ersparst. Deine eigentliche Identität wird aber erst bekannt, wenn jemand über Deine IP-Adresse auch Deinen Standort oder Namen herausfinden kann.

Sofern Du aber natürlich einer Webseite Deine persönlichen Daten bereits freiwillig gegeben hast (Name, Geburtsdatum, Adresse usw) so ist es für den Betreiber der Seite natürlich auch möglich genau auf Dich bezogen Deine Aktivitäten zu verfolgen.

Information zu Deiner IP-Adresse:
Jedes Mal wenn Du Dich mit dem Internet verbindest, erhaltest Du eine eindeutige IP-Adresse zugeordnet. Dein Internetanbieter speichert die Nutzung dauerhaft ab und kann damit auch beauskunften welche IP-Adresse Du zu welchem Zeitpunkt verwendet hast. Nachdem man meistens gegenüber seinem eigenen Internetzugangsanbieter „NICHT ANONYM“ bleiben kann, kann durch die verwendete IP-Adresse damit auch der eigene Standort und auch Namen herausgefunden werden.

Schutz vor Wiedererkennung im Internet

Um von Webseiten nicht erneut erkannt zu werden, reicht es aus, wenn Du die Cookies oder Kennung Deines Browsers regelmässig löscht. Dies kannst Du z.B auch durch die Verwendung eines sicheren Browsers sehr einfach erhalten. (EpicBrowser.com)

Schutz der Identität im Internet

Um jedoch deine Identität oder die Rückverfolgbarkeit zu dieser zu verheimlichen musst Du auch die IP-Adresse welche Du im Internet nutzt abändern. Dies kann man tun indem man einen VPN-Service verwendet, welcher einem eine „anonyme IP-Adresse“ zur Verfügung stellt.

Fazit daher:
VPN-Services schützen Deine Identität aber sorgen nicht dafür, dass Du nicht wieder erkannt werden kannst!

Der TOR Browser (Onion Netzwerk)

Der TOR-Browser ist ein sehr beliebtes und von uns auch immer empfohlenes Service. Es werden die Daten die über den TOR-Browser gesendet und empfangen werden in einer „Kaskade“, also hintereinander, über 4 verschiedene Standorte (z.T. einfach Geräte anderer Benutzer) gesendet.

Eine Kaskade ist deshalb effektiv, da darum die Zurückverfolgbarkeit „theoretisch“ unmöglich gemacht wird. Leider ist dies nur theoretisch der Fall, da natürlich der erste Zugang zum TOR Netzwerk ebenfalls die eigene IP-Adresse erkennt, und die Daten die darüber gesendet werden stets auch die Absende und Zieladresse beinhalten. Dazu kommt, das der Verschlüsselungsgrad der Verbindungen nicht entsprechend eine 100%ige Garantie bieten kann.

TOR Browser ist generell gut geeignet beim „normalen Internetsurfen“ unerkannt bleiben zu können. In letzter Zeit wurden aber immer häufiger auch Details zu Angriffsmethoden bekannt. Dahingehend kann man die Verwendung von TOR jedem trotzdem empfehlen, so lange die Person nicht eine gezielte Überwachung oder Aufspüren befürchten muss. Zusätzlich ist TOR für Downloads oder auch um Videos anzusehen eher nicht geeignet aufgrund einer stark eingeschränkten Geschwindigkeit.

E-Mails anonym senden und empfangen!

Um E-Mails „anonym“ versenden zu können wird in erster Linie die Absende IP-Adresse verändert. Im Grunde bist Du daher nicht auffindbar, sofern Du Dir ein „Gratis E-Mailkonto“ bei irgend einem E-Mail Dienst gemacht hast, und bei der Erstellung und auch bei der Nutzung IMMER eine „anonyme IP-Adresse“ verwendest hast.

Hinweis:

Vorsicht jedoch, denn E-Mails werden sozusagen dauerhaft gespeichert. Deshalb ist wirklich davon auszugehen, dass solltest Du auch nur einmal zum Versenden, Empfangen oder Abfragen Deines E-Mailkontos Deine „reale IP Adresse“ verwenden haben, so sind diese Daten auch dauerhaft auffindbar.

Messenger Dienste anonym nutzen!

Komplizierter wird es bei „Messenger Diensten“ wie Whatsapp, Viber, Telegram usw. Auch wenn diese Anbieter mittlerweile eine Verschlüsselung der Nachrichten integriert haben, so sind dennoch sehr wohl persönliche Daten darüber abrufbar. Im Normalfall fängt es schon damit dan, dass Du Deine Mobiltelefonnummer verwendest dafür. Zusätzlich werden noch alle gespeicherten Kontakte übertragen und jede Nachricht die Du sendest oder empfängst wird zumindest mit einem Zeitstempel festgehalten. Daraus lässt sich sehr einfach ein Profil deiner Nutzung und mit wem Du und wann kommunizierst erstellen. Verräterisch ist auch, dass Deine „Freunde und Kontakte“ ja auch Deine Telefonnummer gespeichert haben in ihren Geräten und diese ebenso daher an die Messenger-Services freiwillig übertragen. Wirklich dagegen wehren kannst Du Dich dabei nicht. Selbst wen Du auf eine Nutzung komplett verzichten würdest, wäre Deine Rufnummer durch andere Nutzer entsprechend bereits übertragen worden.

Hinweis:

Die Nutzung der Messenger-Dienste ist daher in jedem Fall abzuwägen. Die eigene Identität ist damit aber sehr einfach auffindbar und dies kann auch durch ausgeklügelte Verschlüsselungsmethoden nicht gewährleistet werden.

Wie kann man „anonym im Internet bezahlen“?

Es ist heute kaum mehr möglich Zahlungsdienste im Internet zu nutzen, welche vollständig anonym nutzbar sind. Der Grund dafür ist, dass solche Zahlungsmethoden ja auch für Betrugsfälle genutzt werden können. Schon daher ist es ja auch nicht im Interesse der Benutzer, das Zahlungen oder Zahlungsempfänger anonym zueinander bleiben können. So wie die Barzahlung an einem Urlaubsort irgendwo ein Risiko darstellt (Da man das Geld vermutlich auch bei einem fehlerhaften Produkt zurückfordern wird können), so ist das gleiche Prinzip im Internet ebenfalls von Nachteil für die Nutzer.

Bisher bekannte „Prepaid Zahlungsmethoden wo der Nutzer weitestgehend unbekannt bleiben konnte (Paysafe Card) werden immer weniger akzeptiert. Und die vermeintliche „anonyme Zahlungsmöglichkeit“ per Bitcoin ist dies im Grund gar nicht. Jedes Mal wenn man einen Bitcoin kauft oder zugesandt bekommt, oder in Euro tauscht werden alle Transaktionen ja in der Bitchain-Datenbank für immer gespeichert. Daher ist dabei eine „Anonymität“ weitestgehend gar nicht gegeben.

Die einzige denkbare anonyme Zahlungsmöglichkeit könnte stattfinden in dem man jemanden Bargeld in einem Kuvert zusendet und dafür Waren oder einen Service erhält. Daran erkennt man auch gut, welchen Stellenwert Bargeld immer noch hat, allerdings sind auch dem nicht technisch interessierten Leser nun vermutlich auch die Nachteile dieser Methode augenscheinlich. Stell Dir vor Du sendest nun einen Geldbetrag für ein neues Gartenhaus in Bar an eine Adresse die Dir unbekannt ist im Ausland. Würdest Du Dich wundern, wenn Du dieses Gartenhaus dann nie geliefert bekommst?

 

VPN-Anbieter schützen Deine Identität (IP-Adresse)

Bei den Diensten mit denen Du Deine IP-Adresse und Deinen Standort verändern kannst gibt es eine große Auswahl. Die Funktionsweise von VPN-Anbietern haben wir bereits erklärt (Siehe Link)

Es gibt „kostenlose VPN Dienste“ und auch kostenpflichtige. Im Grunde haben die kostenlosen zwar den Vorteil, dass man damit eben Geld spart, aber dafür im Normalfall nicht auswählen kann, über welches VPN-Standort man sich mit dem Internet verbindet. Zusätzlich sind die verfügbaren Geschwindigkeiten meistens nicht wirklich ausreichend um ohne Einschränkungen das Internet nutzen zu können. Dies mag auf mobilen Geräten weniger eine Rolle spielen, für den tagtäglichen Einsatz sind diese aber meistens nicht geeignet.

Bei der Auswahl des richtigen VPN-Services für den eigenen bedarf sollte man sich einige Fragen stellen und auch die Kriterien verstehen, welche einen VPN-Anbieter zu einem „sicheren Partner“ machen. Nicht immer ist dabei die „Werbung“ wirklich aussagekräftig und vollmundige Versprehen werden leider allzuoft gegeben, aber nicht gehalten. Darum haben wir aber die „wichtigsten Kriterien für einen VPN-Service“ auf unserer Seite auch in den Testberichten beschrieben.

Generell würden wir zwei Arten von VPN-Diensten unterschieden:

  • Anbieter die einen guten Schutz der eigenen Privatsphäre gewährleisten und die Identität durch eine anonyme IP-Adresse verstecken.
  • Anbieter die auch vor einer gezielten Überwachung einzelner Personen schützen können und dies durch technisch aufwendigere Massnahmen garantieren.

Normale VPN-Dienste

Die erste Kategorie der VPN-Services bietet den Benutzern eine Vielzahl an VPN-Servern in verschiedenen Ländern an. Nutzer die sich damit verbinden, werden eine neutrale IP-Adresse dabei erhalten und können sich mit dieser gut vor einer Erkennung auch bei Filesharing, Downloads oder auch Internetsurfen schützen. Da diese aber eigentlich nur einen Zugang zu einem VPN-Server herstellen, können diese bei einer gezielten oder Vollüberwachung nicht garantieren, dass die Identitäten auch gegenüber Geheimdiensten oder Strafverfolgungsbehörden geschützt werden können.

In diese Kategorie zählen alle Anbieter die KEINE Multi-Hop Verbindungen ermöglichen.

(Beispiele: HideMyAss, VyprVPN, CyberGhost, PureVPN, zenmate usw)

VPN mit aktivem Schutz vor gezielter Überwachung

Die zweite Kategorie bietet den Nutzern auch eine verstärkte technische Lösung die es auch gezielter Überwachung unmöglich machen soll die Identitäten der Nutzer zu erfahren. Dazu zählen „Kaskaden“ also Multi-Hop Verbindungen über mehrere Standorte oder auch der passive Schutz der Benutzerdaten auf den Servern durch „Ram-Disk“ Welche Kriterien dabei wichtig sind oder wie Du erkennen kannst, welche technischen Massnahmen dies bieten findest Du in unserer „Übersicht und Kriterien zu sicheren VPN-Services

Wie kannst Du Dich daher im alltäglichen Leben am Sinnvollsten verhalten?

Es ist wichtig, dass wir uns mit dem Schutz der eigenen Privatsphäre auseinander setzen. Wie zu Hause, wo wir Vorhänge an unseren Fenstern anbringen um nicht den neugierigen Blicken der Nachbarn oder vorbeigehender Personen ausgesetzt werden, sollten wir auch im Internet Vorsicht walten lassen.

Facebook & Co sind dabei nur ein Teil, da Du bei diesen Services freiwillig entscheiden kannst, ob Du diese Plattformen nutzen willst und welche Informationen Du über Dich preisgibst.

Anders ist dies bei der Überwachung durch Webseitenbetreiber, Suchmaschinen oder auch der generellen Überwachung durch Behörden und Geheimdienste. In diesen Fällen kannst Du meistens nicht selbst entscheiden welche Informationen Du von Dir preisgeben willst. Dies ist daher auch die wesentlich gefährlichere Bedrohung für deine Identität.

Schützen kannst Du Dich mit sehr aufwendigen Massnahmen zu 99,9% aber wir empfehlen zumindest den brauchbaren und einfachen Weg zu gehen. Dieser garantiert Dir zumindest, dass Deine Tätigkeiten mehr nachvollzogen werden können. Dazu musst Du Dich durch die Verwendung eines sicheren Browsers und mit einem einfachen VPN im tagtäglichen Leben schützen. Wenn Du das gut in Deine Tätigketen verpackst, dann wirst Du davon allerdings nicht mehr viel mitbekommen und es wird zur Routine oder keinen zusätzlichen Aufwand bedeuten.

Folgendes Beispiel:

  • Willst zu Hause 24h am Tag Deine IP-Adresse verstecken? Dann nutze einen Router wie im Beispiel angegeben: ASUS Router mit VyprVPN
  • Setze auf einen sicheren Browser: Epicbrowser.com
  • Unterwegs setze die Apps des VPN-Anwenders auch auf Deinem Mobilgeräten ein.

Die Kosten für dieses Beispiel sind gering (Router ab 35 Euro einmalig), VyprVPN ca 50 Euro im Jahr), Browser kostenlos.

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