VPN mit IPv6. Worauf sollte man achten? Kann mein VPN Anbieter das bereits?

Viele unserer Leser erhalten von Ihrem Internetanbieter bereits IPv6 Internetadressen zum IPv6 Testen und befürchten, dass sich damit auch die Nutzung des VPN-Services ändern würde. Das ist aber eigentlich nie der Fall. Dazu muss man verstehen, weshalb Internetanbieter IPV6 einsetzen und in welchem Umfang. An der Nutzung des Internets ändert sich daran nämlich zunächst und die kommenden 10 bis 20 Jahre noch gar nichts.

Wenn man die beiden verwendeten Adressbereiche IPv4 und IPv6 miteinander vergleicht, fällt einem auf, dass durch IPv6 die Einschränkungen von Adressen im Internet sofort aufgehoben wären (es gibt zahlreiche IPv4 private Adresse). Das IPv6 Testen zahlt sich also aus.


IPv4 Adressen

IPv4 Adressen be4stehen aus 4 Zahlenblöcken aus je 256 Zeichen.

IPv4 Adressen Schema
IPv4 Adressen Schema

Private/Lokale Netzwerkadressen

Die gesamte Anzahl an möglichen Adressen mit IPv4 wird durch die besondere Stellung von „lokalen IP-Adressen noch weiter eingeschränkt. Weshalb lediglich 3,7 Milliarden Adressen verfügbar sind für die Nutzung im Internet. Denn viele der Adressen sind IPv4 private Adressen.

IPv4 private Adressen, welche internen Netzen vorbehalten sind und nicht im Internet verfügbar und auch nicht über das Internet geroutet werden können sind:

Lokale/Private Netzwerkadressen (IPv4 private Adresse)

 

Adressbereich

Beschreibung

größter CIDR-Block

10.0.0.0–10.255.255.255privat, 1 8-Bit-Netz10.0.0.0/8
172.16.0.0–172.31.255.255privat, 16 16-Bit-Netze172.16.0.0/12
192.168.0.0–192.168.255.255privat, 256 24-Bit-Netze192.168.0.0/16
169.254.0.0–169.254.255.255link local, 1 16-Bit-Netz169.254.0.0/16

 


IPv6 Adressen

IPv6 Adressen bestehen aus 8 Blöcken, welche sich aus Zahlen und Buchstaben zusammensetzen können.

IPv6 Adressen Schema
IPv6 Adressen Schema

 


Alle IPv4 Adressen sind seit Langem bereits vergeben.

IPv4 bietet derzeit ca. 2,3 Milliarden IP Adressen, was für die in den letzten Jahren stark gewachsene Nutzeranzahl im Internet bereits seit langem nicht mehr ausreicht, jedem eine eigene Kennung (IP) zuweisen zu können. Außerdem gibt es IPv4 private Adresse, die nicht verfügbar sind. Internetanbieter haben daher auch bereits seit geraumer Zeit IP-Sharing also geteilte IP-Adressen für viele ihrer Kunden in Verwendung. Nicht jeder Nutzer hat daher heute noch eine IP welche er alleine nutzen kann. Um neue IP-Adressen zugewiesen zu erhalten, müssen diese anderen Nutzern weggenommen werden. Daher sind IP-Adressen, welche vor allem auch für Serverbetrieb und andere Dinge aber grundlegend wichtig sind, einfach ein hart umkämpftes Gut.

Internetanbieter als auch VPN Services werden Jahr für Jahr zugunsten anderer Services zugeteilte IPv4 Adressen weggenommen. Zuständig dafür ist die Vergabestelle RIPE. Daher wäre es im Interesse der Internetprovider möglichst rasch auf IPv6 wechseln zu können. Dies geht aber aufgrund der enormen Anzahl an Dienste die NUR IPv4 können noch lange nicht.


IPV4 und der lange Übergang zu IPv6 im Internet

IPv4 ist ein Standard, welcher sich bereits kurz nach der Einführung überholt hatte. Dennoch ist IPv4 derzeit noch nicht ersetzt worden und stellt den Faktischen Standard für den Zugriff auf Webseiten und Webservices über das internet dar. Jeder Internetanbieter wird daher auch derzeit und die kommenden Jahre faktisch nach Außen hin eine IPv4 Adresse nutzen lassen. Es gibt da keine Ausnahmen, denn wer eine IPv6 Adresse nutzen würde (und das ausschließlich) der würde sicherlich derzeit mehr als 95% aller Webseiten und Services nicht erreichen können. Weniger als 5% aller Webserver haben heute die Möglichkeit auch über IPv6 erreicht werden zu können. Ich und auch andere Experten schätzen, dass sich an diesem Umstand zumindest die kommenden 10 Jahre und vermutlich auch länger nichts ändern wird. IPv6 wird daher heute innerhalb von privaten Netzwerken zur Verbindung von Geräten zum Router verwendet, dies machen auch viele Internetanbieter mittlerweile. Also wenn Dein Internetrouter sich zum Internetanbieter verbindet, dann erhält dieser in vielen Fällen bereits eine IPv6 Adresse zugewiesen. Diese gilt aber lediglich für die Kommunikation zwischen Router + Internetanbieter, alles was dann darüber ins Internet oder aus dem Internet übertragen wird, verwendet weiterhin IPv4.

Sind VPN Anbieter OHNE IPv6 nutzbar?

Daher sind VPN Services heute in keinem Fall gezwungen den Nutzern ebenfalls IPv6 Adressen anzubieten. Dies hat technisch gesehen heute keinerlei Relevanz, und die verwendeten IPv6 Adressen der Internetanbieter werden einfach über Firewall-Regeln blockiert. Denn im Grunde verwenden heute bereits viele Nutzer über den eigenen Provider IPv4 + IPV6. Damit aber die IPv6 die eigene Identität nicht verraten kann, wird deren Nutzung blockiert. Das ist einfach, effektiv und hat keinerlei Einschränkungen für die Nutzer zur Folge. Du musst dir also beim IPv6 Testen keine Sorgen um irgendwelche Nachteile machen. 


Deutlich bessere und billigere Überwachungsmöglichkeiten durch IPv6

Da mit IPv6 nun beinahe jedes Gerät eine einzelne und ihm zugewiesene IP-Adresse im Internet verwenden wird, ist die Überwachung von Aktivitäten einzelner Nutzer dadurch deutlich vereinfacht. Das hat natürlich auch auf die Zukunft Auswirkungen, so sind derzeit bereits viele Geheimdienste in der Lage IPv6 Daten ohne große Aufwand weltweit zu identifizieren und einzelnen Geräten zuzuordnen.  Die technischen Möglichkeiten dabei sind deutlich einfacher und kosteneffizienter als es derzeit der Fall ist, und das schafft auch die Begehrlichkeiten der Regierungen diese Möglichkeit zur stärkeren Überwachung zu nutzen.

Daher wird aus meiner Sicht heraus, die Nutzung von VPN-Services noch wichtiger werden, je mehr Nutzer IPv6 verwenden werden.


VPN Anbieter, die bereits IPv6 unterstützen

Es gibt derzeit nur wenige VPN Services, welche bereits IPv6 Adressen verwenden und unterstützen können und damit ihre User IPv6 testen lassen.  Da die anderen aber derzeit auch mit IPv4 den Nutzern alles ermöglichen ist auch kein direkter Umstieg derzeit wirklich relevant. Wer sich für die Zukunft aber bereits rüsten will, wird aus einer stetig wachsenden Anzahl an Anbietern wählen können.

IPv6 VPN-Anbieter (Filterfunktion)

VPN-Services die IPv6 Adressen nutzen

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Fazit zur Umstellung auf IPv6:

IPv6 gehört klarerweise die Zukunft im Internet, allerdings ist dies schon seit mehr als 20 Jahren jedem klar. Der Weg zur weltweiten Nutzung von IPv6 wird aber weiterhin schleppend von statten gehen. Niemand rechnet damit, dass IPv6 zur Nutzung des Internets den bisherigen Standard IPv4 innerhalb der nächsten 20 Jahre wirklich ablösen wird. 

Da jeder Internetanbieter zwar interne auch IPv6 Adressen zur Kommunikation mit den Kundenendgeräten verwendet, aber derzeit auch gezwungen sind IPv4 für die externe Kommunikation zu verwenden, ergibt sich keinerlei Nachteil derzeit einen VPN-Anbieter zu verwenden, welcher nur IPv4 unterstützt.  Man sollte sich das aber für die Zukunft auch einmal klarmachen, dass es natürlich durch die Verbreitung von IPv6 durchwegs bessere Möglichkeiten für die Überwachung einzelner Nutzer geben wird. Ein VPN Service ist daher auch in Zukunft und eventuell noch dringlicher für den Schutz der eigenen Privatsphäre notwendig.


Erstellt am:27. Juni 2018


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3 Gedanken zu “VPN mit IPv6. Worauf sollte man achten? Kann mein VPN Anbieter das bereits?”

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