UseNeXT: Usenet-Service soll für RAUBKOPIEN haften und zahlen!

UseNeXT wird abgeschaltet?

Ein deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell der Usenet-Anbieter als „illegale Verwertung geschützter Inhalte“. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

UseNeXT und andere Usenet Betreiber stehen damit vor unsicheren Zeiten, wie auch deren Nutzer. Urheberrechtsvertreter beklagen seit langem, dass sich dadurch Inhalte auf illegale Weise verteilen lassen. Allerdings basiert das usenet auf einem der ersten Standards im Internet und kann daher nicht einfach so für unrechtmässig erklärt werden.

Viele Leser fragen sich nun aber, ob das Usenext Netzwerk daher in Kürze abgeschaltet werden muss?

Drohen Usenext Nutzern Abmahnungen?

Diese Frage beschäftigt viele, im folgenden Artikel gehen wir darauf auch näher ein, denn so einfach lässt sich das nicht beantworten

Was ist das Usenet?

Usenet (Newsgroups) existiert beinahe seit dem Beginn des Internets.

Das Usenet (kurz für „Unix User Network“) ist eine der ältesten Anwendungen im Internet. Es ist ein weltweites Netzwerk, das einen eigenen Dienst des Internets anbietet.

Einige Zeit bevor die ersten Webseiten überhaupt zugänglich wurden, gab es diese bereits diese Form für den Austausch von Daten im Internet. Ältere Internetnutzer werden sich noch erinnern, dass „Outlook Express“ als Bestandteil bereits einen Newsreader implementiert hatte, mit welchem man ähnlich wie beim Zugriff auf geteilte E-Mail-Konten, Inhalte für andere Nutzer zur Verfügung stellen konnte oder diese eben auch selbst auf den eigenen PC laden konnte.

Outlook Express war einer der ersten Newsreader!
Outlook Express war einer der ersten Newsreader!

Damit existiert das „Usenet“ als solche Anwendung bereits länger „online“ als das öffentliche WWW mit seinen Webseiten.

6 Fakten über das UseNeXT / Usenet, die du wahrscheinlich nicht wusstest!

  1. Der erste Fakt ist bereits oben erwähnt. Das Usenet gab es bereits vor dem World Wide Web. Es entstand bereits im Jahr 1979 in den Vereinigten Staaten an der University of Carolina und diente als Verbindung von zwei Unix-Rechner
  2. Das Netzwerk bestand bis zum Ende der 90er Jahre nur aus Text. Erst ab dem Jahr 1997 kamen binäre Inhalte ins Spiel. Nach wie vor besteht es nur aus Text, doch die Binärdateien sind Codes, welche von Encoder übersetzt wurden. Personen, die die Dateien öffnen wollen, müssen den Text nur wieder zurück konvertieren. Mittlerweile hat sich die Technologie noch viel weiter entwickelt und der gesamte Ablauf passiert schon etwas einfacher, doch prinzipiell passiert es noch ähnlich.
  3. Anfänglich wurde das Netzwerk für wissenschaftliche Zwecke entwickelt. Es wurde in einer Universität entwickelt, um Dateien und Nachrichten mit Kollegen auszutauschen. Später verbreitete es sich dann auf allen Universitäten. Ab 1993 veränderte sich dann alles, als AOL seinen Kunden den Zugang zum Netzwerk anbot. AOL bedeutet „America Online“ und war damals der Internetanbieter schlecht hin. Er bietet seinen Kunden auch eigene Inhalte an.
  4. Trotz des angejahrten Aussehens von Usenet, ist es noch lange nicht veraltet! Das Netzwerk ist durchaus noch sicher, zuverlässig und es lässt sich in Dritte integrieren. Das Usenet bietet eine SSL-Verschlüsselung, ähnlich wie die von OpenVPN. Der Unterschied ist, dass man keine Verbindung herstellen muss oder eine App herunterladen, wie wir es von VPN-Anbietern kennen.
  5. Im Usenet entstanden bereits viele Begriffe, der heutigen Webkultur! Bereits im Jahr 1982 gab es die ersten Smileys :-). Auch Begriffe, wie WTF, LOL und ROFL, wurden bereits in den frühen Jahren des Internets verwendet. Auch die NASA leistete ihren Beitrag und fügte ein FAQ hinzu. 1994 gab es dann auch schon den Spam, welcher von der Anwaltskanzlei Canter & Siegel eingeführt wurde.

 

Usenext- Deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell als "illegale Verwertung geschützter Inhalte"
Usenext- Deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell als „illegale Verwertung geschützter Inhalte“

Das Usenet besteht aus Newsgroups.

Diese Newsgroups sind ungefähr vergleichbar mit klassischen Foren. Der Zugang ist für jeden möglich, genutzt wird ein Newsclient oder auch Newsreader genannt. (Outlook Express war einer der bekanntesten Newsreader damals)

Austauschen lassen sich nicht nur Informationen, sondern auch Dateien. Neben einer beachtlichen Wissenssammlung und Kommunikationsplattform war das Usenet somit auch der erste weltweit vernetzte Umschlagplatz für illegale Kopien digitaler Produkte.

Kommerzielle Anbieter bieten Zugang zu den Daten.

Einige Anbieter wie das giganews Netzwerk oder auch „usenext.nl“ versprachen einen komfortablen Zugriff auf die im Usenet gespeicherten Daten. Das auch völlig anonym und stets mit der besten möglichen Geschwindigkeit. Weshalb diese Plattformen und Services einige Jahre lang regelrechten Boom für das Herunterladen von Musik und Videos erlebt haben.  Der Anbieter Usenext.nl wurde nun aber in Deutschland verklagt.

Hinweis: Giganews ist übrigens ein Service von Golgenfrog, der Firma die auch den Service: VyprVPN anbietet.

Usenext als Marke für viele bereits ein Synonym für das Usenet.

Usenext stellt den Kunden einen Zugang zum Usenet bereit, allerdings eingeteilt in kostenpflichtige Pakete mit unterschiedlich großem Datenvolumen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Großbritannien, doch bietet auch Support auf Deutsch an. Es bietet eine Aufbewahrungszeit der Dateien von unglaublichen 2000 Tagen. Zudem hat man auch die Möglichkeit auf eine 30-Tägige-Testzeit, wo man den Dienst sehr gut mal ausprobieren kann.

Die deutsche GEMA, der Interessensverband der Musikindustrie, prozessiert seit Jahren gegen das Unternehmen. Nun gibt es ein weiteres Urteil. Das Landgericht Hamburg übt scharfe Kritik am Geschäftsmodell des Dienstes und macht für den Service Täterhaftung geltend. „Illegale Verwertung geschützter Inhalte“ Immer wieder hatte die Firma ins Treffen geführt, als reiner Bereitsteller des Zugangs nicht an Verstößen schuld zu sein.

Usenext Newsreader
Usenext Newsreader

„Das Gericht kam zur Ansicht, dass Usenext illegale Verwertung geschützter Inhalte betreibt.“

Argumentiert wird durch die Richter, dass etwa die bereitgestellte Software darauf ausgelegt sei, Medien wie Filme oder Musik gezielt finden zu können. Der Dienst soll nun Schadenersatz zahlen müssen, heißt es in einer Gema-Aussendung. Eine Summe wird nicht genannt, sie müsste wohl erst noch festgelegt werden, sofern das Urteil hält. Der Spruch ist noch nicht rechtskräftig.

Usenext.nl ist Teil einer Betrugsmasche mit SpyOff VPN!

Kunden des Services erhalten seit längerem immer wieder ein Angebot, um SpyOff testen zu können. Was jedoch nicht dabei steht, ist, dass dabei schon ein verbindliches Vertragsangebot abgegeben wird. Die Bestätigungsnachricht ist bereits der Vertragsbeginn. Bereits seit 2 Jahren funktioniert diese Masche, da den einzelnen Personen 83,88 € anscheinend nicht genug Geld sind, um damit vor Gericht zu gehen. Die persönlichen Daten erhält SpyOff automatisch von Usenext.nl. Zu diesem Thema haben wir auch einen eigenen Artikel verfasst.

 

Usenext verklagt? (Video)

UseNeXT: Usenet-Service soll für RAUBKOPIEN haften und zahlen! 1

 

Behörden gehen seit geraumer Zeit auch gegen Usenet-Nutzer vor

Die deutschen Behörden gehen schon länger gegen Urheberrechtsverletzungen im Usenet vor. Im vergangenen November,  wurden in einer koordinierten Aktion Hausdurchsuchungen bei 26 Personen in Deutschland durchgeführt. Sie sollen Filme, Serien, Musik und andere geschützte Inhalte frei zugänglich gemacht haben. Reine Nutzer der Services, welche keine Dateien anderen zur verfügung stellten wurden bisher nicht belangt. Die allermeisten usenext Nutzer verwenden aber einen VPN-Service wodurch es für die Rechtevertreter keine Möglichkeit gibt, deren Identitätsdaten zu erfassen und Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Darum wurde nun der in SanMarion ansässige Betreiber von dem bekanntesten Usenet Service „Usenext“ in Deutschland belangt.

Das urteil ist wie gesagt noch nicht rechtskräftig und hätte nach Auffassung von Rechtsexperten auch für andere europäische Staaten keine Auswirkungen. Also würde der Dienst für Nutzer aus anderen Ländern weiterhin legal nutzbar sein.

Usenet oder Usenext Nutzer welche immer einen VPN-Service verwendet haben, sind vor einer Verfolgung, Abmahnungen und Schadensersatzforderungen geschützt, sofern diese einen VPN-Standort im Ausland verwendeten. Kostenfreie VPN-Services bieten dabei aber keinen Schutz. Mehr zum Thema „Abmahnungen und VPN-Services“ haben wir bereits mehrfach veröffentlicht.

 

Wie kann man sich schützen?

Usenext und alle anderen Usenet Server protokollieren beim Zugriff auf Dateien oder bereits bei der Abfrage der News in den Usenet Postfächern die IP Adressen der Nutzer. Daher schützen sich viele Nutzer damit dass diese VPN-Services verwenden um diese Services zu verwenden. IN der berechtigten Hoffnung, dass bei einer Beschlagnahmung eines Servers dadurch nicht die eigene IP-Adresse protokolliert gefunden wird.

Usenext selbst bietet so einen Service seinen Nutzern kostenpflichtig an „SpyOff“ wird von dem Betreiber direkt betrieben. Es sind aber meistens andere Services die dafür empfehlenswert sind, wie zum Beispiel NordVPN oder VyprVPN.

Sperren umgehen, Identität schützen mit VPN Darstellung
Identität schützen mit VPN Darstellung

Durch einen VPN Service werden die Daten eines Nutzers über einen VPN Server gesendet und empfangen. Der Nutzer selbst bleibt dabei hinter dem Service unsichtbar und seine eigene IP-Adresse ist damit nicht bekannt. Eine Ausforschung des Nutzers wird damit unmöglich gemacht.

 

Wie kann man Usenext kündigen?

Am besten kündigt man den Dienst direkt per E-Mail, damit man alles schriftlich und wiederabrufbar hat. Man kann natürlich auch per Telefon oder einem Kontaktformular kündigen. UseNeXT selbst zieht es vor, per Anruf zu kündigen. Die eigene Kundennummer sollte man auf jeden Fall bereit haben, denn diese wird bestimmt beim Prozess verlangt.

Die Kündigung läuft eigentlich immer problemlos ab und geschieht auch am Telefon in nur ein paar Minuten. Bis jetzt haben wir noch keine schlechten Rückmeldungen zu dem Thema erhalten.

 

Häufige Fragen zu Usenext

Was ist Usenext?

Usenext ist ein Anbieter der über eine eigene Software Nutzern einen einfachen Zugang zu Newsservern (Usenet) im Internet ermöglicht.

Ist Usenext illegal?

Naja darüber wird noch gestritten, fest steht, dass deutsche Gerichte das Geschäftsmodell der Firma Usenext nicht gutheißen und damit eine Verantwortung des Services für urheberrechtlich relevante  Downloads durch Kunden des Services für notwendig halten. Usenext würde dann für die entgangenen Lizenzforderungen der Urheber haftbar gemacht werden können.

Ist es gefährlich Usenext zu verwenden?

Auf den Server des Anbieters befinden sich Bankdaten aber auch eindeutige Details wie die IP-Adresse der Nutzer. Denkbar wäre, dass diese durch einen Gerichtbeschluss erfasst und ausgehändigt werden müssen.

Gibt es Abmahnungen wegen Usenext?

Bisher sind die Gerichte noch mit diesem Fall beschäftigt, und es ist noch nicht abzusehen, ob Nutzerdaten vorhanden sind und ob diese auch für Abmahnungen der Nutzer verwendet werden.


Erstellt am:2. Juli 2018


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