TOR (Onion Netzwerk) die kostenlose Alternative zum Schutz vor Überwachung

Sehr häufig wird uns auch vorgeschlagen noch mehr Berichte über kostenlose Möglichkeiten um im Internet auch vor Überwachung sicher sein zu können zu beschreiben. Viele kostenlose VPNs entpuppen sich aber als Mogelpackungen und dienen am Ende immer den Zielen der Betreiber. Das führt uns auch dazu vor den meisten kostenlosen Angeboten wie VPN-Apps oder auch Proxies zu warnen. Die Gefahren die dabei lauern sind einfach unüberschaubar und teilweise sehr schwerwiegend.

Kostenlose und brauchbare Lösungen für den Schutz der Privatsphäre

Aber es gibt eine durchaus brauchbare und auch kostenlose Lösung, um zumindest geschützt vor der allgemeinen Überwachung im Internet auch Seiten ansehen zu können. Das ist der TOR Browser, welcher den Nutzer zum Onion Netzwerk verbinden lässt. Diese bereits seit mehr als 10 Jahren existierende Idee um einen sicheren Browser, dessen Nutzer durch andere teilnehmende Nutzer auch vor einer Verfolgung durch die meisten Organisationen geschützt werden, begeistert noch immer. Der TOR Browser basiert eigentlich technisch gesehen auf einem Mozilla Projekt: Firefox. Dem Firefox Browser wurde sozusagen die Sicherheitseinstellungen vorneweg genommen und ein automatischer Proxy implementiert. Diese Proxy-Verbindungen stoßen dabei die Nutzung des Onion Netzwerkes an. Das bedeutet, dass die Daten der Nutzer über 4 zufällig gewählte Geräte von Teilnehmern des Onion Netzwerkes geleitet werden. Dadurch soll eine Rückverfolgung unmöglich gemacht werden.

Das Onion Netzwerk wurde bereits durch US Dienste unterwandert.

Das TOR Nutzung tatsächlich wirkt hat man auch daran gesehen, dass die NSA bereits vor 5 Jahren mit enormen finanziellen Mitteln versucht hat das Onion Netzwerk zu unterwandern. Zu einem guten Teil ist es auch gelungen das zu tun. Heute werden schätzungsweise 50% aller TOR Nodes (Knoten) durch die NSA/CIA kontrolliert. Dabei werden beinahe 80% aller Nutzungsdaten auch kontrollierbar. Also TOR Nutzer werden dadurch auch enttarnbar. Klar nicht jeder hat nun die Befürchtung auch durch US Behörden verfolgt zu werden und es gibt auch nicht immer einen Grund der das annehmen lässt. Für den Schutz vor privaten Organisationen wie auch Google & Co eignet sich das Onion Netzwerk aber nach wie vor.

Praktikabler Schutz vor Überwachung

Praktisch gesehen gibt es keinen wirklich brauchbaren und mit überschaubaren Aufwand durchzuführenden Weg um TOR Nutzer auch zu enttarnen und noch weniger um deren Aktivitäten zu verfolgen. Zu zufällig und teilweise durch echte Aktivisten betriebene Teile der TOR-Nodes  sorgen dafür, dass es relativ gesehen sehr sicher ist TOR zu nutzen. Als Whistleblower für US Geheimnisse, wird TOR aber seinen Zweck bekanntlich bereits verwirkt haben. Auch ist die illegale Nutzung des damit auch erreichbaren Darknets (.onion Webadressen) als ziemlich unsicher einzustufen. Das hat sich allerdings in den gewissen Kreisen schon länger herumgesprochen.

Welchen Grund gibt es also TOR oder dem Onion Netzwerk zu vertrauen?

  • Zum einen ist die Nutzung wirklich kostenfrei. Also es gibt weder versteckte Werbungsangebote noch andere Ziele die Betreiber haben, wenn man TOR nutzt. Das mag nun nicht aufregend klingen, ist aber dennoch heute eher die Ausnahme und daher erwähnenswert.
  • Der TOR Browser mit seinen Sicherheitseinstellungen eignet sich auch ohne dem Onion Netzwerk als wirklich guter und zugleich moderner Browser. Dieser ist daher in jedem Fall auch empfehlenswert, wenn die Nutzer eine schnelle und sichere Lösung verwenden möchten.
  • Die Rückverfolgung eines Nutzers und dessen Aktivitäten ist für die private Unternehmen wie Google, facebook & Co immer noch unmöglich. Ebenso werden sich lokale Behörden die keine Unterstützung durch das FBI geniessen die Zähne daran ausbeißen.
  • Das Onion Netzwerk ist immer noch eine Gruppe aus Menschen und Organisationen, denen der Schutz vor Überwachung ehrlich am Herzen liegt. Daher werden die gebotenen Lösungen auch ständig am Laufenden gehalten und man kann als Nutzer darauf vertrauen, dass mehr als 4 Augen jedes Update auch auf Sicherheitslücken überprüfen werden. Das ist auch nicht unbedingt selbstverständlich aber durchaus unterstützenswert.

Einschränkungen die auch technisch bedingt sind.

Da die Daten über das Netzwerk stets über 4 weitere Teilnehmer gesendet und auch empfangen werden, sind ei erzielbaren Bandbreiten natürlich stark begrenzt. Es verhält sich einerseits als würde natürlich die kleinste verfügbare Bandbreite wie eine Nadelöhr die Daten bremsen und auch dazu kommt dann noch, dass was für einen die Downloadbandbreite ist, für einen anderen die Uploadbandbreite sein wird. Daher minimiert sich aufgrund immer noch stark reduzierter Uploadbandbreiten das erzielbare Ergebnis doch deutlich. Es ist aber mit Werten von 1 bis 5 MBit/s ausreichend um Webseiten im Internet zu öffnen und auch um Filme auf stark Datenoptimierten Seiten wie YouTube zu sehen. Sicherlich nicht in 4k Auflösung, aber in ansprechender Weise. Eine zusätzliche Einschränkung ergibt sich durch die zufällige Auswahl an Nodes im Netzwerk. Daher kann es schon vorkommen, dass die Daten einmal auch um den gesamten Globus gesendet und darüber empfangen werden. Was teilweise erhebliche Pingzeiten (Reaktionszeiten) mit sich bringt.

Als Proxyverbindungen werden natürlich ausschließlich Browserdaten darüber gesendet und empfangen. Alle anderen Anwendungen auf einem Gerät werden weiterhin ungeschützt und auch nicht anonym übertragen werden. Das muss man auch berücksichtigen, wenn man Downloadprogramme oder Torrent nutzen will. Diese werden schlichtweg dabei nicht berücksichtig werden. Damit ist TOR aber auch kein Ersatz für einen VPN Service, sondern eher eine lokale Ergänzung.

 

 


Erstellt am:3. Juni 2020


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