„Nur“ ein Fernseher? Smart-TVs sammeln & nutzen Daten ihrer Besitzer für Werbezwecke

Hast du dich schon mal gefragt, was dein Fernseher eigentlich alles von dir weiß? Wenn du stolzer Smart-TV-Besitzer bist, könnte das eine ganze Menge sein. In den USA sammeln derartige Geräte in Millionen von Haushalten fleißig Daten zum Sehverhalten ihrer Nutzer, um diese dann für Werbezwecke einzusetzen …

Hand aufs Herz: Es ist schon praktisch, wenn ein Fernseher plötzlich jede Menge schafft, wovon unsere guten alten Geräte nur träumen konnten. Mal von der Bildqualität abgesehen – Netflix & Co abrufen, YouTube streamen, Surfen … Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen Smart TV zulegen. Gerade in den USA nutzen beispielsweise Millionen von Amerikaner derartige Geräte, 45 % haben zumindest ein Smart TV in ihrem Zuhause stehen. Was der Großteil von ihnen nicht weiß: Ihr lieber Fernseher betreibt jede Menge Marktforschung am lebenden Objekt: nämlich an seinen Nutzern, wie die New York Times jetzt aufgedeckt hat.

Daten zum Sehverhalten von mehr als 13 Mio. US-TV-Geräten

Eine Firma, die auf diese Art von Überwachung zurückgreif ist Samba TV. Deren Software ist auf vielen Geräten von Philips, Sony und Co bereits beim Kauf installiert und analysiert somit vom ersten Klick auf die Fernbedienung an das Nutzerverhalten der Seher. Laut eigenen Angaben sammelt Samba derartige Daten von mehr als 13 Millionen (!) TV-Geräten in den USA. Das Unternehmen sieht das natürlich als Mehrwert für den Seher, weil die Daten dafür eingesetzt werden, „Sendungen zu empfehlen und Spezialangebote bereitzustellen“. Man kann die Funktion doch sogar genehmigen, was angeblich auch 90 % der Nutzer tun. Das wahre Ausmaß der Überwachung erschließt sich dem Seher aber erst in der Datenschutzerklärung sowie den Nutzerbedingungen. Die sind gut versteckt in irgendeinem Untermenü untergebracht. Ganz viel Zeit sollte man außerdem auch mitbringen, immerhin gilt es, gesamt etwa 10.500 Wörter zu lesen … Und wer tut das schon?

Sekündliche Analyse der Bildschirminhalte

Die New York Times berichtet, dass Samba TV wirklich extrem nah am Geschehen ist. Quasi in Echtzeit, denn die Analyse des Bildschirminhaltes passiert sekündlich! Was die Software alles registriert? Nun ja, eigentlich alles. Welchen Sender du siehst, bei welcher Werbung du weiterklickst, ob die Videospiele nutzt etc. Ja, sogar deine politischen Interessen lassen sich einschätzen! Natürlich nicht aus Jux und Tollerei, sondern des lieben Geldes weg: Denn all diese spannenden Daten setzt Samba TV dafür ein, dem jeweiligen Seher maßgeschneiderte Werbung zu präsentieren. Brav wie das Unternehmen, ist hält es sich aber angeblich an die Weisungen der Regulierungsbehörde. Und verkauft werden die Daten auch nicht, nur für die eigenen Zwecke des Werbeeinsatzes verwendet. Damit lässt sich natürlich ordentlich Kohle machen. Für Werbetreibende sind solche Möglichkeiten individuell abgezielter Werbung ein gefundenes Fressen, für das man gerne bezahlt.

Kunden sind angeblich zufrieden & stimmen Bedingungen zu

Firmen wie Samba TV haben den Vorteil, dass sie weniger strengen Regeln unterliegen als beispielsweise Kabel-TVs. Trotzdem musste aber beispielsweise das ähnlich geartete Unternehmen Inscape schon 2,2 Millionen Dollar Strafe berappen, weil es Daten ohne Wissen der User sammelte und verkaufte. Überhaupt sehen die Betreiber das Ganze als Klacks an. „Wir haben Millionen Zuseher, die unseren Servicebedingungen seit Jahren immer wieder zustimmen. Es ist gerechtfertigt zu sagen, dass weitaus mehr Kunden mit Samba zufrieden statt davon überrascht sind,“ so ein Sprecher. Die ganze Geschichte zeigt ganz eindeutig, dass nicht nur Facebook & Co in Sachen Überwachung und Datenmissbrauch vorne dabei sind. Also: Pass auf, wenn du dich für Smart TV entscheidest!

Quelle: New York Times, Standard Online

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