Vergleich: NordVPN und Perfect-Privacy – Wo sind die Unterschiede?

Ich habe immer wieder Leser, welche mich fragen ob nun NordVPN oder Perfect-Privacy der bessere Anbieter für den Schutz im Internet ist. Dieser Vergleich ist aber eigentlich gar nicht zulässig, da die beiden Anbieter so dermaßen unterschiedlich technisch funktionieren, dass man dies nicht wirklich vergleichen kann. Ich versuche es aber einmal und möchte da vor allem auf die Unterschiede eingehen, welche einen Unterschied machen im Bezug auf die Datensicherheit der beiden Anbieter.

Der Tabellenvergleich zwischen NordVPN und Perfect-Privacy

Diese rohen Vergleichsdaten sind aber keinesfalls aussagefähig. Die unterschiede liegen in den technischen Details und der Umsetzung und auch im laufenden Betrieb. Dabei offenbaren sich so große Unterschiede zwischen diesen beiden Anbietern, dass ein direkter Vergleich eigentlich kaum zulässig erscheint.

Details zum Vergleich der beiden Anbieter

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Die VPN-Server

NordVPN

  • 3400+ Server an 75+ Standorten
  • Gemietete VPN-Server teilweise virtuelle Hardware
  • IP-Adressen lauten auf den Server-Vermieter
  • 2 Gigabyte RAM Speicher pro Server (Virtual RAM)
  • Festplatten SaaS (Cloudstorage als virtuelle Festplatten)
  • Anbindung 100 bis 1000MBit/s geteilte virtuelle Netzwerkschnittstellen

Perfect-Privacy

  • 42 Server an 23 Standorten
  • Eigene Baremetal Server-Hardware
  • IP-Adressen lauten auf den Standortvermieter
  • 32 Gigabyte RAM Speicher und mehr pro Server (DDR4 RAM)
  • Keine Festplatten (Betrieb im RAM-Disk Modus)
  • 100 bis 5.000 MBit/s echte Netzwerkschnittstellen

Alleine die Ausstattung der Hardware lässt dabei vermuten, um was es den beiden Anbietern geht. Während NordVPN als Massenanbieter versucht durch das mieten kleiner Server schnell ein wachsendes Netzwerk den Nutzer anbieten zu können, handelt Perfect-Privacy auch aufgrund der eigenen Erfahrung indem Sie nur mit echter Hardware und mit extrem groß ausgelegten Servern arbeiten. Was da die Sicherheit angeht sind natürlich bei NordVPN enorm viele Fragen dabei zu beachten, während bei Perfect-Privacy selbst bei einer physischen Übernahme der Server keinerlei Daten der Nutzer in Erfahrung gebracht werden können.

Das Netzwerk – Aufbau

NordVPN

  • Das NordVPN Netzwerk besteht aus den laufend neu hinzugefügten Servern verschiedenster Anbieter und einer zentralen Datenbank, welche die Nutzerverwaltung durchführt. Dabei werden über “Logfiles” auch die An- und Abmeldezeiten der Benutzer erfasst und diese Daten dienen in erster Linie um auch feststellen zu können, mit wie vielen Geräten ein Nutzer zur selben Zeit sich verbunden hat.
  • Das Netzwerk von NordVPN besteht auf zentralen Elementen zur Benutzersteuerung und aus den darauf zugreifenden Serverstandorten. Dadurch spricht man von einem Sternförmigen Netzwerk. Die Daten zwischen den Servern werden dabei nicht verschlüsselt übertragen und stellen ein- / ausgehende Daten wie alle anderen dar.

Perfect-Privacy

  • Das Perfect-Privacy Netzwerk ist kein zentrales Netzwerk, sondern die Benutzerdaten die zur Anmeldung an den Server dienen werden dezentral und verschlüsselt abgelegt. dadurch sind keine zentralen Logfiles für die Überwachung der Benutzeraktivitäten notwendig und Perfect-Privacy Nutzer können auch unbegrenzt und beliebig viele Verbindungen zur selben Zeit herstellen.
  • Die einzelnen Server von Perfect-Privacy sind aber zusätzlich untereinander auch über dauerhafte VPN-Verbindungen miteinander verbunden, wodurch man von einem dezentralen Netzwerk sprechen kann. Dadurch wird die Kommunikation zwischen den Servern (zB. DNS Abfragen) nicht über das ungeschützte Internet durchgeführt, sondern alle Daten bleiben so lange als möglich innerhalb der geschützten Verbindungen.

Die Unterschiede in der Kostenstruktur

Ich weiß, diese technischen Details der Server sind nicht für jeden einfach zu verstehen. Aber ich möchte das in einem kurzen Beispiel erklären, dass die Kostenstruktur der beiden Anbieter beim Betrieb der VPN-Server abbilden soll:

NordVPN

Ein gemieteter VPS Server wie Ihn NordVPN verwendet kostet im Monat in etwa 50 USD.

  • Inkludiert sind darin die Nutzung eines virtuellen Servers untergebracht in riesigen Server-Zentren, die Internet-Anbindung sowie auch der verbrauchte Strom. Da es sich um virtuelle Server handelt, lässt sich der Stromverbrauch gar nicht auf einen einzelne Instanz runterbrechen, oft sind mehr als 1000 virtuelle Server auf einer echten Hardware untergebracht.
  • Der Grund für diese Beträge liegt daran, dass NortdVPN keine eigene Hardware und geteilte Komponenten sowie geteilte Infrastruktur benutzt. Auf einem echten Hardwareserver laufen bis zu 1000 virtuelle Server wie die von NordVPN, weshalb die monatlichen Kosten für einen virtuellen Server sehr gering sind.

Perfect-Privacy

Ein Baremetal Server von Perfect-Privacy kostet im Monat in etwa 2.300 USD.

  • Inkludiert sind dabei der Hardwareanteil in etwas von 350USD im Monat, die Standplatzmiete in etwa 150USD im Monat, der Stromverbrauch in etwa 250 Euro im Monat und die Internetanbindung (Frankfurt 1.000MBit/S unlimitiert) in etwa 1500 USD im Monat.
  • Der Grund für diese Beträge liegt daran, dass PP eigene Hardware und ungeteilte Komponenten sowie ungeteilte Infrastruktur benutzt. Sämtliche Kosten für Hardware, Strom und auch Internetanbindung müssen durch diese Beträge finanziert werden.


Du kannst daher vielleicht nun auch etwas besser verstehen, weshalb NordVPN seinen Service auch für unter 2 Euro/Monat verkaufen kann, während PP bei ca 8 Euro/Monat liegt.

Klar, ein PP Server kann zur selben Zeit von vielen hunderten Nutzern verwendet werden, ohne das einer davon auf die eigene Leistung verzichten muss.
Bei den virtuellen Servern von NordVPN werden die Limitierungen bei ca 30 Nutzer pro Server zur selben zeit liegen, danach wird der Server unerträglich langsam für alle Nutzer.

Der Funktionsumfang

Beide Anbieter können auf eine ganze Reihe an Sonderfunktionen verweisen. Allerdings unterschieden diese sich ganz massiv in den realen Auswirkungen die diese für den Schutz der Identität haben.

NordVPN

  • VPN Kaskaden über zwei Standorte, nicht frei wählbar, dabei werden die Daten über gemeinsame VPN-Verbindungen geführt.
  • Eigene DNS Server, allerdings NICHT “DNS over TLS” also unverschlüsselte DNS Abfragen über das Internet.
  • Eigene P2P Serverstandorte verfügbar.
  • Keine Portweiterleitungen verfügbar.
  • Absicherung gegen WebRTC und DNS Leaks

Perfect-Privacy

  • VPN Kaskaden über bis zu 4 Standorten, frei wählbar, dabei werden die Daten über gemeinsame VPN-Verbindungen geführt.
  • Eigene DNS Server, welche NUR direkt von PP Servern angesprochen werden können und die Datenverbindungen dorthin sind verschlüsselt.
  • P2P ist auf allen Standorten erlaubt.
  • Portweiterleitungen “Statische Portweiterleitungen”, “1zu1 Portweiterleitungen und “Dynamische Portweiterleitungen” sind auf allen Servern nutzbar.
  • SQUID und SOCKS5 Proxies auf allen Servern
  • Eigene DNS Server welche NUR aus dem verschlüsselten PP Netzwerk genutzt werden können.
  • Umfangreiche Absicherung gegen WebRTC, DNS, IP oder auch Windows Logon Leaks.
  • Obfisication und Verbindungen über reguläre Ports wie 80 oder 443 schaffen Verbindungen sogar hinter strengen Firewalls
  • Neurorouting führt dynamische Kaskaden der Datenverbindungen durch und gilt als der höchstmögliche Schutz vor einer gezielten Überwachung.
  • Track-Stop Filter die ganze Domains zb Facebook oder auch Google zuverlässig blockieren können und damit eine Überwachung durch Werbedienste massgeblich verhindern können.
  • Jugendschutz und Malware Filter
Perfect-Privacy NordVPN Vergleich
Perfect-Privacy NordVPN Vergleich

Das Fazit zum Vergleich

Es ist nicht einfach die beiden Anbieter zu vergleichen, zu unterschiedliche sind die technischen Grundvoraussetzungen der beiden Anbieter. Was sie technisch trennt, das zeigt sich auch in der Praxis, wenn es um den Schutz der Identität in allen Lagen geht. Hier hat Perfect-Privacy um Längen die Nase vorne. Das bedeutet aber nur, dass der Anbieter der halt das Maxium für den Schutz der eigenen Nutzer unternimmt halt in diesem schon recht speziellen Bereichen führend ist. Die meisten Benutzer haben diese Anforderungen gar nicht. Es geht dabei darum auch vor einer gezielten Überwachung durch international vernetzte Organisationen oder Behörden geschützt zu sein, für den normalen Anwender eher ein sehr unwahrscheinliches Szenario.

NordVPN

NordVPN bietet einen Service der für die Masse der Nutzer wie zugeschnitten zu sein scheint. Die vielfältigen Funktionen und auch die saubere Software/Anwendungen sind einfach zu bedienen und bieten den Nutzern ein gutes Nutzungserlebnis. Allerdings ist die Leistung die die Nutzer erhalten je nachdem welchen VPN-Server sie verwenden doch recht unterschiedlich und von einer maximalen Anonymisierung kann dabei nicht die Rede sein. Für Nutzer welche sich einen VPN-Service zulegen aufgrund von Geoblockaden oder auch um vor Abmahnungen sicher zu sein, ist NordVPN aber durchaus gut geeignet. Mit dem niedrigen Preisniveau ist der Anbieter daher auch gut für Gelegenheitsnutzer geeignet.

NordVPN ist daher für den preisbewussten Gelegenheitsnutzer ideal, der Inhalte aus anderen Ländern oder auch einen Schutz vor Abmahnungen erwartet.

Perfect-Privacy

Perfect-Privacy bietet einen spezialisierten Service an, welcher für maximale Anonymität und auch Schutz vor gezielter Überwachung ausgelegt ist. Die üppige Ausstattung hat allerdings auch den Nachteil, dass die Nutzer schon etwas besser sich damit auseinandersetzen müssen, um alle Vorteile auch nutzen zu können. Für Nutzer, welche in jeder Lage aber den maximalen Datenschutz erwarten führt kaum ein Weg an dem Anbieter vorbei, dabei ist natürlich auch Streaming, P2P und auch alle anderen Anwendungen sind mit Perfect-Privacy in aussergewöhnlich guter Qualität nutzbar.

Perfect-Privacy ist daher für jeden ideal, der das Maximum an Verfügbarkeit, Geschwindigkeit, Datenschutz oder auch an Innovation sucht.


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10 Gedanken zu “Vergleich: NordVPN und Perfect-Privacy – Wo sind die Unterschiede?”

  1. Hallo Markus
    Also wie mehr man sich hier in diese wirklich fundierten Berichte reinliest um so schwieriger wird es einen service mit balance zwischen Leistung und Preis ausfindig zu machen.
    Wenn man sich z.B. einen geeigneten server für chat sucht aber dann entdeckt dass sogar Nordvpn in der Aufstellung nicht geeigent ist dann hauts einen einfach vom Stuhl.Was hat das Ganze dann eigentlich für einen Sinn wenn ich damit mit meiner privacy nicht mal sicher bin ?? Dann muß man sowieso gleich die vierte Kategorie (maximaler Schutz) nehmen und somit sind die unteren eigentlich sinnlos wenn man nicht mal in einer Chat die privacy gewährleistet hat oder ist das nicht so ????In 2 Monaten läuft Nordvpn aus möchte und möchte bei der Gelegenheit
    ändern.Wie ist es mit der Privatsphere bei Surfshark bestellt in Bezug auf die übrigen vierter Klasse?
    Vielen Dank für eine Antwort
    MfG Miky

  2. ich zahlte immer via WebMoney bzw Perfect Money & Bitcoin , Meine VPN & Domains etc 😉
    Perfect-Privacy wird ja von der Deutsch Carding Szenze ja genutze ,, 2016 wurder eine Server von BKA/Polizei und die habe nicht gefund auf Server (somit ist wahr ,, das sie nicht loggn)^^

  3. Hallo liebe Community auch wollte ich hier nochmals die Erfahrung mit perfect privacy schildern. Die techische austattung von Perfect Privacy ist auf Windows geraten top Spitzenklasse.. Die technische Ausstattung von Perfect Privacy ist auf indes geraten top Spitzenklasse.

    Doch bei Linux Anwendung das gilt insbesondere für Debian und Ubuntu ergeben sich erhebliche Sicherheitslücken was den perfect privacy Manager betrifft. Erstens das Verwenden dieser Anwendung unter Linux wird die echte IP des Provider vom Internetanbieter wo man seinen Internet bezieht mitübertragen.

    Erste Schwachstelle ist der DNS hier wird ohne tiefe Kenntnisse, jegliche technischer Daten überragen hier gibt es unter Linux geraten einen Linux DNS Leak, welcher durch perfect privacy mangager hervorgerufen wird.

    Zweitens das Fehlen von einer NAT Firewall was unter Windows Anwendung im Perfect Privacy Manager Standard ist. Fehlt in der Linux Anwendung vollständige.

    Drittens der angriffe über die Ipv6 Schwachstelle das ist deshalb mögliche auf Linux, weil dem Programme keinen Sicherheit patach bzw. einen Sicherheitsupdate für Linux unterzogen worden ist, perfect privacy Manager.

    Viertens auch wen man eine Sub dns einstellt beispielsweise von Google oder auch anderen Anbieter so bleiben die Sicherheitslücken bestehen.

    Weiterhin halt die Anwendung unter Linux nicht einen Penetrationstest statte, welcher Beispielweise von kali linux gemacht werden kann.

    Da müssen die verantwortlichen nach besseren weil, gerade der Hauptkunde sind die technische erfahren Kunden die Datensicherheit wollen und nicht Sicherheitslücken in der anwendungsoberfläche.

  4. Dieser Artikel sollte ueberarbeitet werden. NordVPN hat jetzt auch Warrant Canaries und unterstuetzt WebRTC Blocking.
    Insgesamt sollte das wahrscheinlich einmal von vorne verglichen werden.

    Schoener Artikel leider nach einem halben Jahr schon deutlich veraltet.

    • Nein das ist leider nicht richtig was Du da schreibst. Eine Warrant Canary macht NUR Sinn, wenn diese manuell laufend erneuert werden muss. NordVPN hat eine Mitteilung die sich automatisch täglich erneuert auch wenn niemand etwas tut. Entschuldige aber das ist sinnfrei und entspricht nicht der Idee einer Warrant Canary, deshalb ist auch der Artikel korrekt.

  5. 50 USD für einen Linux VPS mit 2GB RAM pro Monat kommt mir etwas teuer vor. 2 GB RAM gibt es oft schon bei weniger als 10€/Monat oder meintest du 5 USD/mo?

    • Also wie überall gibt es billige Anbieter die auch schlimme Qualität anbieten und besser die zumindest faire Qualität anbieten. Mit unlimitierten Datenverbrauch kenne ich aber keinen VPN unter 50USD. Die anderen haben dann meistens Datenlimits, aber da es in etwa 1200 verschiedene Anbieter weltweit gibt, und sich diese wie überall auch massivst unterscheiden, kann niemand eine genaue Übersicht darüber haben. Ich denke, dass dieser Wert auch nicht relevant sein wird.

  6. Mich würde interessieren woher der Beleg kommt,dass Nordvpn virtuelle Hardware verwendet. Ich habe dazu nirgends einen Hinweis finden können. Weiterhin hat Nordvpn eine Warrant Canary.

    Beste Grüße

    Brad

    • Das ist sehr einfach herauszufinden.
      Du brauchst Dir nur die IP-Adressen der Server ansehen. Danach die IP Adressen checken, damit du auf die Server kommst. Dann haben verschiedene Server am selben Standort die selbe Netzwerkkartenadresse = ergo müssen offenbar mehre Server auf einer und der selben Hardware laufen. Was eben für virtuelle Server spricht.

      Wegen WarrantCanary.
      Ja das stimmt. Aber wenn Du dir die Webseite ansiehst dort, dann merkst Du dass das Datum der WarrantCanary das dort angezeigt wird mit der Systemzeit auf dem Webserver gekoppelt ist. Also ich kann auch eine Webseite machen wo das heutige Datum drauf steht und morgen dann das morgige. Was keine Warrant Canary ist, wenn es keinen Beleg gibt das jemand physisch jeden Tag aufs neue bestätigt dass die gültig ist (Denn die Abwesenheit der Bestätigung wäre ja die Garantie das jemand Zugriff auf das Unternehmen hat und die Mitarbeiter dann durch NICHT aktualisieren sozusagen die Nutzer warnen). Also ist das keine WarrantCanary, sondern eine Webseite auf der etwas halt steht.

      Aber es ist keine Garantie das jemand das bewusst täglich aufs neue bestätigt hat. (Beispiel hier: https://zorrovpn.com/canary.txt Da wird täglich oder regelmässig neu bestätigt auch mit einer nachvollziehbaren Signatur, dass eine Person die Erklärung abgibt inklusive Tagesnews die ja nicht nur einmal im Voraus abgegeben werden können und damit auch bestätigen dass es sich nicht um eine automatische Erstellung im Vorfeld gehandelt hat.

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