UseNeXT: Usenet-Service soll für RAUBKOPIEN haften und zahlen!

Ein deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell der Usenet-Anbieter als “illegale Verwertung geschützter Inhalte”. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Das Usenet (Newsgroups) existiert beinahe seit dem Beginn des Internets

Das Usenet (kurz für “Unix User Network”) ist eine der ältesten Anwendungen im Internet.

Einige Zeit bevor die ersten Webseiten überhaupt zugänglich wurden, gab es diese bereits diese Form für den Austausch von Daten im Internet. Ältere Internetnutzer werden sich noch erinnern, dass “Outlook Express” als Bestandteil bereits einen Newsreader implementiert hatte, mit welchem man ähnlich wie beim Zugriff auf geteilte E-Mail-Konten, Inhalte für andere Nutzer zur Verfügung stellen konnte oder diese eben auch selbst auf den eigenen PC laden konnte.

Outlook Express war einer der ersten Newsreader!
Outlook Express war einer der ersten Newsreader!

Damit existiert das “Usenet” als solche Anwendung bereits länger “online” als das öffentliche WWW mit seinen Webseiten.

Usenext- Deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell als "illegale Verwertung geschützter Inhalte"
Usenext- Deutsches Gericht sieht Geschäftsmodell als “illegale Verwertung geschützter Inhalte”

Das Usenet besteht aus Newsgroups.

Diese Newsgroups sind ungefähr vergleichbar mit klassischen Foren. Der Zugang ist für jeden möglich, genutzt wird ein Newsclient oder auch Newsreader genannt. (Outlook Express war einer der bekanntesten Newsreader damals)

Austauschen lassen sich nicht nur Informationen, sondern auch Dateien. Neben einer beachtlichen Wissenssammlung und Kommunikationsplattform war das Usenet somit auch der erste weltweit vernetzte Umschlagplatz für illegale Kopien digitaler Produkte.

Kommerzielle Anbieter bieten Zugang zu den Daten.

-Einige Anbieter wie dasd giganews Netzwerk oder auch “usenext.nl” versprachen einen komfortablen Zugriff auf die im Usenet gespeicherten Daten. Das auch völlig anonym und stets mit der besten möglichen Geschwindigkeit. Weshalb diese Plattformen und Services einige Jahre lang regelrechten Boom für das Herunterladen von Musik und Videos erlebt haben.  Der Anbieter Usenext.nl wurde nun aber in Deutschland verklagt.

Usenext als Marke für viele bereits ein Synonym für das Usenet.

Usenext stellt den Kunden einen Zugang zum Usenet bereit, allerdings eingeteilt in kostenpflichtige Pakete mit unterschiedlich großem Datenvolumen.

Die deutsche GEMA, der Interessensverband der Musikindustrie, prozessiert seit Jahren gegen das Unternehmen. Nun gibt es ein weiteres Urteil. Das Landgericht Hamburg übt scharfe Kritik am Geschäftsmodell für Usenext und macht für den Service Täterhaftung geltend. “Illegale Verwertung geschützter Inhalte” Immer wieder hatte die Firma ins Treffen geführt, als reiner Bereitsteller des Zugangs nicht an Verstößen schuld zu sein.

“Das Gericht kam zur Ansicht, dass Usenext illegale Verwertung geschützter Inhalte betreibt.”

Argumentiert wird durch die Richter, dass etwa die bereitgestellte Software darauf ausgelegt sei, Medien wie Filme oder Musik gezielt finden zu können. Usenext soll nun Schadenersatz zahlen müssen, heißt es in einer Gema-Aussendung. Eine Summe wird nicht genannt, sie müsste wohl erst noch festgelegt werden, sofern das Urteil hält. Der Spruch ist noch nicht rechtskräftig.



Behörden gehen seit geraumer Zeit auch gegen Usenet-Nutzer vor

Die deutschen Behörden gehen schon länger gegen Urheberrechtsverletzungen im Usenet vor. Im vergangenen November,  wurden in einer koordinierten Aktion Hausdurchsuchungen bei 26 Personen in Deutschland durchgeführt. Sie sollen Filme, Serien, Musik und andere geschützte Inhalte frei zugänglich gemacht haben. Reine Nutzer der Services, welche keine Dateien anderen zur verfügung stellten wurden bisher nicht belangt. Die allermeisten usenext Nutzer verwenden aber einen VPN-Service wodurch es für die Rechtevertreter keine Möglichkeit gibt, deren Identitätsdaten zu erfassen und Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Darum wurde nun der in SanMarion ansässige Betreiber von dem bekanntesten Usenet Service “Usenext” in Deutschland belangt.

Das urteil ist wie gesagt noch nicht rechtskräftig und hätte nach Auffassung von Rechtsexperten auch für andere europäische Staaten keine Auswirkungen. Also würde Usenext für Nutzer aus anderen Ländern weiterhin legal nutzbar sein.

Usenet oder Usenext Nutzer welche immer einen VPN-Service verwendet haben, sind vor einer Verfolgung, Abmahnungen und Schadensersatzforderungen geschützt, sofern diese einen VPN-Standort im Ausland verwendeten. Kostenfreie VPN-Services bieten dabei aber keinen Schutz. Mehr zum Thema “Abmahnungen und VPN-Services” haben wir bereits mehrfach veröffentlicht.



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