Lizenz zum Fliegen: Schützen Drohnen-Gesetze unsere Privatsphäre?

Drohnen sind auf der ganzen Welt mehr und mehr im Einsatz. Laut der Federal Aviaton Administration sind alleine in den USA momentan 1,7 Millionen Drohnen registriert (und wahrscheinlich gibt es noch unzählige nicht-registrierte mehr …). Diese Masse an Drohnen stellt die Gesetzesgeber vor neue Herausforderungen, schließlich müssen Menschen wie du und ich geschützt werden. Denn gerade Drohnen haben das große Potenzial, zur Überwachung durch Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen zu führen. Unsere Privatsphäre könnte dadurch stark gefährdet sein! Als Verfechter ebendieser hat sich Surfshark VPN die Lage in 200 Ländern auf der ganzen Welten einmal genauer angesehen …

Drohne

Weltweit sehr unterschiedliche Drohnen-Regulierung

Immerhin haben zumindest 143 Länder eine Art von gesetzlicher Drohnenregulierung entwickelt, wobei Experten diese jedoch als unzureichend zur Verhinderung von verbreiteter Überwachung ansehen. Drohnen-Gesetze rund um den Globus reichen von völligen Verboten der Technologie bis hin zu relativ uneingeschränkter Flugerlaubnis. Die meisten Gesetze aber konzentrieren sich auf die Betriebsform der Drohne – und gehen nicht auf Themen ein, die mit dem Datenschutz zusammenhängen. Viele der Datenschutzbedrohungen, die den Gesetzgeber beunruhigen, sind rein spekulativ und basieren auf der Technologie von morgen, was es schwierig macht, heute Datenschutz-Gesetze zu erlassen.

„Privcacy by Design“-Gesetze üblich

In der Zwischenzeit wurden Gesetze zum Betrieb von Drohnen verabschieden, die einen ersten Schritt zu einer „Privacy by Design“-Gesetzgebung darstellen, die einschränkt, wo und wie eine Drohne geflogen werden kann, um so die Möglichkeiten zur Verletzung der Privatsphäre von vornherein zu minimieren.

Gesetzgeber auf der ganzen Welt haben unterschiedlich auf den zunehmenden Einsatz von Drohnen reagiert. Während einige Länder wie Kuba, Irak, Iran und Kuwait die Verwendung unbenannter Flugobjekte komplett verboten hat, haben andere Gesetze verabschiedet, die eine experimentellere Verwendung der Technologie erlauben.

Auf jedem Kontinent erlaubt zumindest ein Land Drohnen das Fliegen „jenseits der Sichtlinie“, wie Experten es bezeichnen. Das bedeutet, die Drone kann in Bereichen fliegen, die der Pilot nicht mehr sieht. In Finnland, dem Austragungsort des FAI Drone Racing World Cup, können Piloten um eine Genehmigung ansuchen, die es ihnen erlaubt, Drohnen außerhalb ihrer Sichtweite mit speziellen Ego-Sichtbrillen zu steuern.

7 Kategorien von Drohnen-Gesetzen

Um zu sehen, wie Drohnen auf der ganzen Welt reguliert werden, hat Surfshark Daten zu Drohnen-bezogenen Gesetzen für 210 Länder gesammelt und analysiert. Als Quellen dienten dabei unter anderem UAV Coach, RAND Corporation, UAV Systems International und die Library of Congress. Dabei haben sich sieben Kategorien der Drohnen-Gesetzgebung herauskristallisiert:

  • vollständiges Verbot
  • effektives Verbot
  • mit Einschränkungen erlaubt (z. B. Drohnenregistrierung oder -lizenzierung, zusätzliche Beobachter erforderlich, keine kommerzielle Nutzung usw.)
  • visuelle Sichtlinie erforderlich
  • experimentelle Sichtlinie erlaubt (Experimente, bei denen Drohnen außerhalb der Sichtverbindung fliegen, sind gestattet)
  • uneingeschränkte Verwendung (beim Fliegen außerhalb von Privatgrundstücken und Flughäfen, unter 150 m Höhe und mit Drohnen, die weniger als 250 g wiegen)
  • keinerlei drohnenbezogene Gesetzgebung

Surfshark hat jedem Land eine Kategorie zugewiesen, basierend auf seiner Gesetzgebung im Oktober 2020.

Die Drohnengesetze nach Ländern

Europa – am liberalsten

Europa hat derzeit von allen Kontinenten eine der liberalsten Drohnenregulierungen. Obwohl viele europäische Länder über irgendeine Form von Drohnengesetzgebung verfügen, welche die Nutzung von Drohnen einschränkt, sind diese oft nur eine Form einfacher Betriebsrichtlinien.
In Lettland müssen Drohnenpiloten zum Beispiel ein identifizierendes Kleidungsstück tragen, wie einen Hut oder ein Hemd. In Österreich müssen Piloten eine Lizenz erwerben, wenn die Drohne mehr als ein halbes Pfund wiegt und über 98 Fuß fliegt.

Nord-Amerika – Fliegen über der Sichtlinie größtenteils erlaubt

Während der Großteil der Länder weltweit vorschreibt, dass Drohnenpiloten die Drohne jederzeit sehen können müssen, erlauben 33 % der Länder in Nordamerika experimentelle Drohnenflüge außerhalb der Sichtlinie, der größte Anteil aller Kontinente und weit über dem weltweiten Durchschnitt von 22 %. Die große Anzahl von Ländern, die experimentelle Drohnenflüge erlauben, könnte mit Tech-Unternehmen wie Amazon, Walmart und DHL zusammenhängen, die vermehrt versuchen Drohnen in ihre Lieferinfrastruktur einzubinden und Methoden zu entwickeln, um leichte Pakete über kurze Strecken zu versenden. Zu den Ländern mit experimentellen Drohnengesetzen gehören Kanada, die Vereinigten Staaten, die Kaimaninseln, Antigua und Barbuda und andere kleine karibische Staaten.

Südamerika – Drohnen überdurchschnittlich oft erlaubt

67 % der Länder mit Drohnen-Gesetzen in Südamerika erlauben das Fliegen von Drohnen, solange das Fluggerät im Sichtbereich des Piloten bleibt – das ist der größte Anteil aller Kontinente. Kein Land in Südamerika hat ein komplettes oder effektives Verbot von Drohnen. Im Vergleich dazu hat nur ein südamerikanisches Land, Guyana, Bestimmungen, die Flüge außerhalb der Sichtlinie erlauben – das ist der geringste Anteil aller Kontinente. Andere Länder in Südamerika haben spezielle Drohnenregeln, die auf Sicherheit und Umweltschutz ausgerichtet sind. In Peru zum Beispiel dürfen Drohnenflüge nicht länger als eine Stunde dauern. In Ecuador sind Drohnen auf den Galapagos-Inseln komplett verboten, außer für genehmigte wissenschaftliche Zwecke.

Naher Osten & Zentralasien – höchster Anteil an totalem Verbot

21 % der Länder mit Drohnengesetzen in dieser Region haben ein totales Verbot von Drohnen verhängt, mehr als der weltweite Anteil von 11 % und der zweitgrößte Anteil aller Kontinente. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Ländern mit effektiven Verboten für Drohnen. In Bhutan zum Beispiel ist Drohnenflug nur von der Regierung erlaubt. Insgesamt haben 15 % der Länder in Asien wirksame Verbote für Drohnen, weit mehr als der weltweite Durchschnitt von 8 %.
Einige Länder beginnen jedoch, Drohnenflüge jenseits der Sichtlinie zu erlauben. Japan zum Beispiel entwickelt derzeit ein Lizenzsystem, das Drohnenflüge außerhalb der Sichtlinie für Regierungslieferungen erlaubt.

Restliches Asien und Ozeanien – am wenigsten Drohnengesetze

56 % der Länder in Ozeanien haben keine gesetzliche Drohnenregulierung, das ergibt den größten Anteil unter sämtlichen Kontinente. Von jenen Ländern, die Drohnengesetze haben, erlaubt die Mehrheit Drohnen, solange die Piloten innerhalb der Sichtlinie bleiben. In keinem Land gibt es ein vollständiges Verbot oder ein effektives Verbot von Drohnen. Australien und Neuseeland haben Bestimmungen für Drohnen, die außerhalb der Sichtlinie des Piloten fliegen. Derzeit sind Lizenzen, die es Drohnen erlauben, außerhalb der Sichtlinie zu fliegen, auf einige wenige kleine Luftfahrtunternehmen beschränkt. Laut der RAND Corporation sind Lizenzen für experimentelle Flüge jenseits der Sichtlinie in Australien leichter zu erhalten als in den Vereinigten Staaten.

Afrika – innovative Ideen für den Drohnen-Einsatz

Mehr als die Hälfte aller Länder in Afrika haben keine Drohnengesetze. Von jenen Ländern, die Drohnengesetze haben, legen 21 % ein totales Verbot dieser Technologie fest, der größte Anteil aller Kontinente. Weitere 13 % der Länder haben ein effektives Verbot der Technologie. In Ägypten zum Beispiel sind Drohnen mit einer Genehmigung der Zivilluftfahrtbehörde zwar technisch legal, aber es ist sehr schwierig, eine Genehmigung zu erhalten. Doch während es in einer Reihe von afrikanischen Ländern Hindernisse für den Drohnenflug gibt, hat der Kontinent auch einige innovative Drohnen-Lösungen parat: In Ghana und Ruanda zum Beispiel dürfen Drohnen über die Sichtlinie hinaus fliegen, um medizinische Hilfsgüter in abgelegene Dörfer zu liefern. Weitere afrikanische Länder, in denen Drohnen außerhalb der Sichtlinie fliegen dürfen, sind Uganda und Simbabwe.

Nachfrage nach Drohnen wächst ungebremst weiter

Die Nachfrage nach Drohnen hat ihren Zenit keinesfalls erreicht. Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum steigt die Zahl der Patente für Drohnentechnologie rapide an – allein im Jahr 2018 gab es ein Wachstum um 34 % von 7.076 im Jahr 2017 auf 9.485.

Da die kommerzielle Technologie für unbemannte Luftfahrzeuge weiter voranschreitet, ist es wichtig, dass die regulierende Gesetzgebung Schritt hält. Und bis sich ein internationaler Standard oder ein Dachverband für die Nutzung von Drohnen etabliert hat, ist es spannend zu sehen, wie sich die Regulierung von Drohnen von Land zu Land auf der ganzen Welt unterscheidet. Hier kannst du dir den Status jedes einzelnen Landes genau ansehen – wir wünschen dir interessante Lektüre! Zu hoffen ist jedenfalls, dass die Privatsphäre beim Einsatz von Drohnen und der entsprechenden Gesetzgebung eine möglichst große Rolle spielt!


Erstellt am:23. Dezember 2020


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