Kontrolle total: Mikrochips für Mitarbeiter britischer Unternehmen?

Klingt wie aus einem schlechten Film, ist aber eine ernsthafte Idee britischer Unternehmen: Wie der Sunday Telegraph berichtet, möchten einige große Betriebe ihren Mitarbeitern Mikrochips unter die Haut implantieren. Wäre doch ziemlich praktisch im Sinne der Sicherheit, argumentieren sie. Komplette Überwachung meinen richtigerweise Kritiker.

Diese 24/7-Kontrolle geht richtig unter die Haut: Stell dir vor, dein Chef verlangt, dass du dir einen Mikrochip implantieren lässt – zu Sicherheitszwecken … No way, oder? Britische Betriebe sehen das etwas anders. Sie wollen doch tatsächlich ihr Personal mit derartigen Chips ausstatten. Die schwedische Firma Biohax ist laut Sunday Telegraph eifrig in entsprechende Gespräche mit Betrieben aus der Finanz- bzw. Rechtsbranche vertieft. Sie soll die Chips liefern. Nicht nur ein paar wenige, sondern Hundertausende. Man kann sich in etwa vorstellen, dass es hier auch um richtige Konzerne in good old England geht.

Unternehmen erhoffen sich höhere Sicherheit

Noch mehr Überwachung am Arbeitsplatz?

Warum dieses gar extreme Big-Brother-Ansinnen? Die Betriebe erhoffen sich dadurch eine höhere Sicherheit. Im Bereich von Finanz und Recht spielen Zutrittskontrollen und vertrauliche Dokumente eine große Rolle. Per Mikrochip könnten diese beiden Themen bzw. deren Kontrolle stark vereinfacht werden. Die Möglichkeiten ziehen sich aber
natürlich auch weiter, beispielsweise könnten medizinische Infos auf den Chips gespeichert werden.

Viel Überwachung für wenig Geld: Der Verkaufspreis eines Mikrochips von Biohax liegt bei 150 britischen Pfund. Im Großeinsatz sind die Chips noch nicht. Erst an die 4.000 Personen wurden damit ausgestattet und diese eher aus privatem Interesse. Aber Biohax hat umfassendere Visionen. Beispielsweise wolle man in Zusammenarbeit mit der schwedischen Eisenbahn Fahrkarten durch Mikrochips ersetzen …

Kontrolle noch weiter vervielfacht

Keine Frage, dass derartige Pläne harsche Kritik nach sich ziehen: Die Gewerkschaften sind gar nicht einverstanden mit den Mikrochip-Ansinnen der betroffenen britischen Firmen. Denn selbst wenn die Implantate „freiwillig“ sein sollten, Arbeitnehmer sind immer automatisch einem Druck durch den Arbeitgeber ausgesetzt. Die ohnehin immer mehr um sich greifende Kontrolle und Überwachung von Mitarbeitern würde mit Mikrochips nochmals vervielfacht.

Und selbst die Unternehmerseite sieht das Projekt nicht durchwegs positiv: Die Confederation of British Industry, immerhin Sprecher für ca. 190.000 Betriebe in Großbritannien, hält Unternehmen lieber dazu an, ihr Personal zu motivieren anstatt derartig abstruse Ideen in die Welt zu setzen …

Quelle: Standard Online


Erstellt am:14. November 2018


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