Gesichtserkennung: Oberster Microsoft-Jurist warnt vor Überwachungsstaat

Es gibt zahlreiche Beweise dafür, dass Gesichtserkennung sehr fehleranfällig ist. Mal abgesehen davon, dass sie einen weiteren Beitrag zur totalen Überwachung leistet … Einer, der diese Problematik ebenfalls sieht, ist Brad Smith. Der Rechts-Chef von Microsoft pocht deswegen auf die Etablierung von neuen Gesetzen.

In einer Ansprache bei der Brookings Institution machte der Jurist seinen Standpunkt klar: Er erwarte sich neue Gesetze, damit die automatische Gesichtserkennung in geordneten Bahnen abläuft – was bisher ja nicht wirklich der Fall ist. Sogar eine Deadline für die Einführung setzte Smith: So sollte diese bereits 2019 erfolgen und Themen wie strengere Kontrollen jener Stellen, welche Gesichtserkennung einsetzen, und mehr Transparenz beinhalten.

Schutz der Privatsphäre oberstes Ziel

Ziel müsse es sein, die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Diskriminierung müsse ausgeschossen und Meinungsfreiheit sichergestellt werden. Lediglich Gerichte sollen die automatische Gesichtserkennung erlauben dürfen.

Seine Forderung nahm Smith auch zum Anlass, beim eigenen Unternehmen zu starten. So will Microsoft Worten Taten folgen lassen und eigene Regeln definieren und realisieren.

„Globale Herausforderung“

Die Regulierung der Gesichtserkennung sieht Smith als „globale Herausforderung“, die alle betrifft. So legte er in seiner Rede auch anderen Industriebetrieben nahe, entsprechende Maßnahmen zu setzen. Denn wer möchte schon, dass George Orwells Überwachungsstaat aus dem Kult-Roman „1984“ in der Jetzt-Zeit Wirklichkeit wird?

Generell dürfen Regierungen nicht über dem Gesetz stehen, so der Microsoft-Jurist: „Heute müssen wir dafür sicherstellen, dass die Verwendung automatischer Gesichtserkennungsprogramme durch Regierungen der Herrschaft des Gesetzes untergeordnet bleibt.“

Quelle: Standard Online; Foto: crello


Erstellt am:15. Dezember 2018


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