Datenschutz à la Facebook: Aus Sicherheitsgründen eingegebene Kontaktdaten landen in „Schattenprofilen“

Du möchtest Extra-Sicherheit und hast dich auch bei Facebook für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung entschieden? Prinzipiell eine gute Sache. Allerdings heißt das laut einer neuen Studie auch, dass Facebook deine hierfür verwendeten Kontaktdaten zu Werbezwecken weitergibt und damit deine Privatsphäre beeinträchtigt.

Es ist vielleicht schon ein Weilchen her. Aber als du dein Facebook-Profil angelegt hast (sofern du eines besitzt) hast du allerhand Daten eingegeben. Dabei hast du vielleicht speziell darauf geachtet, ja nicht zu viel von dir preiszugeben. Löblich, aber im Fall von „Datenschutz-König“ Facebook vergebliche Liebesmüh. Der Konzern führt nämlich ohne dein Wissen auch geheime „Schattenprofile“, die weit mehr enthalten, als du eigentlich angegeben hast.

Facebook nutzt auch „externe“ Informationsquellen

Wie das geht? Wie in der heutigen Zeit so üblich, gibt es eben überall andere Informationsquellen, über die du dir im Zusammenhang mit Facebook und Datenschutz eigentlich gar keine Gedanken machst. So nimmt sich Facebook beispielsweise deine Kontaktlisten am Handy vor oder checkt dein Adressbuch (wenn du darauf Zugriff gegeben hast). Damit hat der Konzern aber dann auch die Daten aller deiner Freunde, Bekannten, Kollegen … Und kann sich auch dort wieder umschauen und vielleicht auf diesem Umweg auch andere Daten von dir einholen. Solche Informationen füttert Facebook dann an „Finde Freunde“ & Co oder nutzt sie sogar für Werbung, was ja noch viel schlimmer ist.

Das hat jetzt eine Studie aufgedeckt, die Alan Mislove, Giridhari Venkatadri und Piotr Sapiezynski von der Northeastern University in Boston gemeinsam mit Elena Lucherini von der Princeton Universität durchgeführt haben. Je individueller an den User angepasst, desto zielgerichteter die Werbung. Und da will Facebook seinen Kunden natürlich nur das Beste bieten.

Zielgruppen-Listen für Werbung beziehen Schattenprofile mit ein

Hierfür bezieht der Konzern auch Geburtsdaten, E-Mail-Adressen etc. Es gibt dann eigene Listen mit Kontakten, die für eine Zielgruppe passend sind, die auf Facebook hochgeladen werden können (angeblich werden diese Listen wieder gelöscht). Danach gleicht das System die Daten mit den Facebook-Profilen ab, prüft Übereinstimmungen und schon ist die perfekte Zielgruppe für eine bestimmte Werbeanzeige zusammengestellt. Und da kommt auch das Schattenprofil ins Spiel: Denn Facebook gleicht für diese Listen auch jene Daten ab, die Dritte über dich geteilt haben (beispielsweise via deren Handykontakte o. ä.) – und auch die Telefonnummer, welche du für eine etwaige Zwei-Faktor-Authentifizierung eingegeben hast.

Zusammengefasst heißt das aber auch: Ganz egal wie streng du deine Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook wählst – deine Daten sind trotzdem nie sicher. Weil du ja keinerlei Einfluss darauf hast, was andere User mit deinen Daten machen bzw. wo sie diese unbewusst teilen oder zur Verfügung stellen. Journalistin Kashmir Hill hat dieses Datenschutz-Problem bei Facebook angesprochen, da es ja so gar nicht zur ach so guten Privatsphäre-Einstellungsmöglichkeit des Konzerns passt. Eine echte Antwort hat sie nicht erhalten, alles streng geheim im Sinne des Datenschutzes …

Quelle: netzpolitik.org

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Datenschutz à la Facebook: Aus Sicherheitsgründen eingegebene Kontaktdaten landen in „Schattenprofilen“
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Du möchtest Extra-Sicherheit und hast dich auch bei Facebook für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung entschieden? Prinzipiell eine gute Sache. Allerdings heißt das laut einer neuen Studie auch, dass Facebook deine hierfür verwendeten Kontaktdaten zu Werbezwecken weitergibt und damit deine Privatsphäre beeinträchtigt.
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