Antwort auf australisches Anti-Verschlüsselungsgesetz: Quelloffener Dienst Signal kann nicht Folge leisten

Wie berichtet führt Australien 2019 ein Gesetz zum Verbot von Verschlüsselung im Zusammenhang mit Strafverfahren ein. Jetzt melden sich erste Stimmen aus der Reihe der Anbieter von Kommunikations-Services. Signal hat in einem Blogpost veröffentlicht, dass es dem als sicher geltenden Messenger überhaupt nicht möglich sei, dem Gesetz nachzukommen – der Einbau einer Hintertür ist technisch schlicht nicht machbar.

Australien greift hart durch: Letzte Woche beschloss die dortige Regierung ein Gesetz, dass Software-Firmen und Kommunikations-Dienstleister dazu verpflichtet, die Verschlüsselung der SMS etc. von Verdächtigen aufzuheben. Diese könnten bei der Verbrechensaufklärung hilfreich sein, konkret will sich Australien vor allem besser vor Terror schützen. Wer nicht spurt, dem drohen Strafen in Millionenhöhe.

Verschlüsselung, die jederzeit entschlüsselt werden kann?

Nachdem es Verschlüsselung aus gutem Grund gibt, bedeutet das für Unternehmen, dass sie quasi ein Hintertürchen in ihre Dienste inkludieren müssen – damit sie dem Gesetz überhaupt Folge leisten können. Was dann mit der Verschlüsselung generell passiert ist klar: Sie wird unsicher und eigentlich obsolet. Verschlüsselung, die jederzeit auf Knopfdruck entschlüsselt werden kann – nicht unbedingt der Traum von Datenschützern und allen, die ihre Privatsphäre schätzen. So wurde das Gesetz u. a. auch als „Big Brother in WhatsApp“ & Co bezeichnet.

„Haben überhaupt keinen Zugriff“

Nun hat sich einer der betroffenen Dienste in einem Blogpost zu Wort gemeldet: Signal bietet seinen Usern eine sehr sichere, verschlüsselte Kommunikation über Messages und Anrufe. Das Design des Services ist so aufgebaut, dass der Einbau der von Australien verpflichtenden Hintertür überhaupt nicht möglich sei, so die Signal-Macher „Die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Inhalte jeder Nachricht oder jedes Anrufs sind mit Schlüsseln geschützt, zu denen wir überhaupt keinen Zugriff haben”,

Könnte Australien die App verbieten?

Signal denkt noch weiter, was diese Unmöglichkeit der Gesetzestreue nach sich ziehen könnte. Das Unternehmen fürchtet, dass Australien die App verbietet bzw. aus den Stores entfernen lässt. Probleme, die aber nicht unlösbar seien – mit einem VPN lässt sich ein solches Verbot leicht umgehen.

Generell macht sich Signal aber Gedanken, weil viele andere Unternehmen aufgrund des Gesetzes die Privatsphäre und Sicherheit ihrer User massiv gefährden könnten. Bedeutet das Gesetz gar das Aus für sichere Verschlüsselungssysteme?

Wir hoffen, Signal behält mit diesen düsteren Zukunftsszenarien für die Privatsphäre in Australien nicht recht. Denn wie wir uns sehr gut vorstellen könnnen, nehmen sich andere Länder das australische „Erfolgsmodell“ des Verschlüsselungsverbot sicher bald als Vorbild …

Quelle: futurezone.at; Foto: Signal

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Wie berichtet führt Australien 2019 ein Gesetz zum Verbot von Verschlüsselung im Zusammenhang mit Strafverfahren ein. Jetzt melden sich erste Stimmen aus der Reihe der Anbieter von Kommunikations-Services. Signal hat in einem Blogpost veröffentlicht, dass es dem als sicher geltenden Messenger überhaupt nicht möglich sei, dem Gesetz nachzukommen – der Einbau einer Hintertür ist technisch schlicht nicht machbar.
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